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Sonntag, 7. Januar 2018

Teilnehmer für Studie zum Hörtraining gesucht



Schwerhörigkeit betrifft irgendwann jeden im Leben, da sich die Anzahl der Sinneszellen im Innenohr altersbedingt im Laufe der Jahre verringert. Aber nicht nur das Hörvermögen selbst lässt dabei nach, sondern auch die Hörkompetenz des Gehirns. Das verschlechtert das Hören im Störschall, da die Differenzierungsfähigkeit verloren geht und kann darüber hinaus zu Tinnitus und Geräuschüberempfindlichkeit führen. Auch bei der Anpassung von Hörgeräten kann das Probleme machen, da die Verbesserung des Hörens nicht zwangsläufig auch sofort zu einem besseren Verstehen führt. Trotz moderner Hörgerätetechnik muss nämlich immer noch die Hörverarbeitung im Gehirn den Hauptteil der Arbeit machen. Und das kann man trainieren. Strukturierte Hörtrainingsprogramme bereiten die Hörverarbeitung vor und während der Hörgeräteanpassung auf das verbesserte Hörvermögen vor und erleichtern so den Anpassungsprozess.
In welchem Umfang das geschieht, soll jetzt eine Studie am Beispiel des Hörtrainingprogramms Audiemus (www.audiemus.de) klären. In ausgewählten Akustikergeschäften werden dabei die Hörergebnisse und das subjektive Hörempfinden mit und ohne Hörtraining anhand von Fragebögen und von audiometrischen Daten verglichen. Die Teilnahme an der Studie ist für die Kunden kostenlos. Interessierte können sich direkt in den teilnehmenden Geschäften melden.

DUISBURG
Hörwelt Duisburg
Oststraße 144
47057 Duisburg
Fon (0203) - 363 568 23    Fax (0203) - 363 568 24

Hörwelt Duisburg
Ziegelhorststraße 56
47169 Duisburg
Fon (0203) - 933 13 850

Hörwelt Duisburg
Kaiserstraße 38
47229 Duisburg
Fon (02065) - 893 45 88   Fax: (02065) - 83 96 917

MOERS
Grafschafter Hörwelt
Römerstraße 414
47441 Moers Asberg
Fon (02841) - 88 19 302   Fax (02841) - 88 19 303

Grafschafter Hörwelt
Neukirchener Str. 1
47447 Moers Kapellen
Fon (02841) - 66 77 0

MÜLHEIM
Mülheim Hört
Friedrich-Ebert-Straße 42-44
45468 Mülheim
Fon (0208) - 88 35 10 69



Samstag, 30. Dezember 2017

Geht Tinnitus wieder weg?


Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom und beruht auf einer Verarbeitungsstörung im Gehirn, die durch Stress, Kiefergelenksprobleme oder Hörverluste verursacht wird. Hierdurch werden Ohrgeräusche als Rauschen, Piepsen oder Pfeifen hörbar, die normalerweise von der Hörverarbeitung herausgefiltert werden. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Das Gehirn kann lernen, den Tinnitus wieder vollständig zu unterdrücken. 



Ursachen und Symptome von Tinnitus

Doch der Reihe nach: Die Sinneszellen im Innenohr gehen von Geburt an nach und nach kaputt. Dies führt zu irregulären Erregungen im Bereich der Hörbahn, die aber im weiteren Verlauf von der Hörverarbeitung aber herausgefiltert werden. Deren Aufgabe ist nämlich, nur wichtige Geräusche zu verstärken und unwichtige Geräusche zu unterdrücken. Da der Verschleißprozess im Innenohr ganz allmählich stattfindet, erkennt die Hörverarbeitung, dass diese Geräusche unwichtig sind und unterdrückt sie folgerichtig. Bei Stress, Kiefergelenksverspannungen oder akuten Hörverlusten ändert sich das aber, und diese unter Umständen schon sehr lange bestehenden Signale werden plötzlich bewusst als Tinnitus wahrgenommen.
Da der Tinnitus selbst dann auch wieder Stress macht, entsteht häufig ein Teufelskreis aus Tinnitus und Stress, der für die Betroffenen nur schwer zu kontrollieren ist, so dass der Tinnitus im Laufe der Wochen immer lauter und nerviger werden kann und die Patienten nicht selten auch psychische Probleme entwickeln. Auch die ständige Beobachtung der Ohrgeräusche und der Versuch, mit nicht geeigneten Behandlungen gegen den Tinnitus anzukämpfen führen zu einer Verschlechterung, da der Tinnitus umso lauter wird, je wichtiger man ihn nimmt. 


Erfolgreiche Therapie von Tinnitus


Das Problem bei Ohrgeräuschen ist also nicht so sehr das Geräusch selber, sondern vor allem seine Verarbeitung im Kopf. Die Therapie richtet sich entsprechend auch nur bei einem akuten Tinnitus auf das Ohr, bei einem chronischen Geräusch dagegen vor allem auf das Gehirn. Durch die individuelle Kombination verschiedener Therapieverfahren kann nämlich hier die Hörverarbeitung selbst nach vielen Monaten noch lernen, die Ohrgeräusche vollständig zu unterdrücken.Dabei spielt weder die Ursache noch der Charakter der Geräusche eine Rolle, sondern alleine deren Verarbeitung im Gehirn.


Eine erfolgreiche Behandlung von Ohrgeräuschen besteht aus drei Komponenten:


1.   Akustische Maßnahmen, zu denen neben akustischer Ablenkung, z.B. mithilfe eines Noisers, auch ein Hörtraining bei Hyperakusis und gegebenenfalls eine Hörverbesserung mit Hörgeräten bei einer Schwerhörigkeit zählen


2.   Entspannungsmaßnahmen und Stressreduktion, bei Kiefergelenksproblemen gegebenfalls Physiotherapie und eine Beißscheine

3.   Eine kognitive Verhaltenstherapie, da nur bei einer veränderten Einstellung gegenüber dem Tinnitus die Hörverarbeitung lernt, dass das Rauschen, Pfeifen oder Piepsen unwichtig ist und daher unterdrückt werden kann 


Systematisch umgesetzt führt eine solche Behandlung schon nach wenigen Wochen bei den Betroffenen zu einer Besserung der Ohrgeräusche. Die Patienten hören ihn immer weniger und leiden vor allem nicht mehr unter ihm. Im Idealfall geht er sogar wieder ganz weg.


Was tun bei Tinnitus?


Treten Ohrgeräusche akut auf, ist der erste Gang immer zum HNO-Arzt. Hier können in der akuten Phase Medikamente helfen, so dass die Ohrgeräusche wieder verschwinden. Vor allem die ausschleichende Gabe von Cortison zeigt in Studien eine nachweisbare Wirkung. Von Anfang an sollte man sich aber auch akustisch ablenken, entspannen und im wahrsten Sinne Ruhe bewahren, auch wenn das Ohrensausen und ständige Klingeln zwischendurch nervt. 


Bleiben die Ohrgeräusche länger als ein paar Wochen, sollte die oben genannte strukturierte Therapie begonnen werden und es müssen weitere Untersuchungen, z.B. des Hörnerven durchgeführt werden, um seltene Tinnitus-Ursachen auszuschließen. Gute Therapeuten für Tinnitus sind allerdings nicht leicht zu finden, da viele HNO-Ärzte den zeitlichen Aufwand scheuen, den eine solche Tinnitus-Therapie erfordert und nur die wenigsten Psychologen kognitive Verhaltenstherapien anbieten. Auch Reha-Plätze sind oft nur schwierig zu bekommen.



Einen kleinen Lichtschimmer gibt es aber: 2018 kommt die Tinnitus-App Kalmeda auf den Markt, die alle wichtigen Bausteine für eine erfolgreiche Tinnitus-Behandlung individuell in einem mehrmonatigen Behandlungsprogramm kombiniert und den Patienten interaktiv auf seinem Weg zur Bewältigung des Tinnitus begleitet. Nähere Infos hierzu gibt es unter www.kalmeda.de


Autor: Dr.Uso Walter

Dienstag, 5. Dezember 2017

Neues vom 19.Tinnitus-Symposium in Berlin

Das Tinnitus-Symposium

Der alte Hörsaal bot einen passenden Rahmen für die Veranstaltung
Am 02.Dezember fand bereits zum 19. Mal das internationale Tinnitus-Symposium der Charité in Berlin statt. Im altehrwürdigen Kaiserin-Friedrich-Haus am Robert-Koch-Platz trafen sich hochkarätige Experten zum Austausch und berichteten über aktuelle Forschungsergebnisse. Gewohnt souverän führte die Leiterin der Tinnitusambulanz, Frau Prof.Mazurek, durch das kurzweilige und spannende Programm.

Neben neuen Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung kamen auch praktische Ansätze im Bereich der Tinnitustherapie zur Sprache und die Industrieausstellung bot den Zuhörern zusätzliche Anregungen in ihrem täglichen Bemühen um die optimale Behandlung ihrer Patienten. So präsentierte mynoise erstmalig den Prototypen der neuen Tinnitus-App Kalmeda (www.kalmeda.de), die Betroffenen eine individuelle Tinnitusbehandlung inklusive Verhaltenstherapie als mobile App bietet.

Die wichtigsten Tinnitus-Vorträge in Kürze:

  • Prof. Canlon aus Stockholm berichtete in ihrem Vortrag "Circadian rhythms of the ear", dass auch das Innenohr einem Tag-Nacht-Rhythmus unterliegt und die Empfindlichkeit gegenüber einem Lärmtrauma im Tierversuch nachts deutlich größer ist als tagsüber. Auch die Wirkung von Cortison und die Fähigkeit zur Erholung sind an die Tageszeit gebunden.
  • Dr. López Escaméz aus Granada zeigte an epidemiologischen Daten, dass das Risiko, an einem Tinnitus zu erkranken, auch von genetischen Faktoren abzuhängen scheint und in Nordeuropa und den USA am größten ist. Genaue Erkenntnisse, welche genetischen Merkmale für dieses Risiko ausschlaggebend sind, lägen aber nocht nicht vor.
  • Prof. Rose aus Berlin regte an, Tinnitus nicht länger als ein zu beseitigendes Symptom zu betrachten, sondern als Teil einer Systemerkrankung. Ähnlich wie beim Fieber deute das Symptom Tinnitus auf eine komplexere Funktionsstörung hin, die in ihrer Gesamtheit einschließlich ihrer Ursachen und begünstigenden Risikofaktoren gesehen und behandelt werden müsste. Gerade beim Tinnitus sei die Konzentration auf das Symptom selbst kontraproduktiv.
  • In ihrem Vortrag "Periphere und zentrale Ursachen der Tinnitusentstehung" ging Frau Prof. Mazurek noch einmal auf die komplexen Vorgänge im Bereich der Hörverarbeitung ein, die letzlich zur Wahrnehmung eines Tinnitus führen. Dabei spielten immer mehrere Hirnregionen eine Rolle und vor allem auch deren enge Verknüpfung mit vegetativen und limbischen Bereichen, die für Stressreaktionen und die (negative) emotionale Bewertung des Tinnitus und damit letzlich auch für die häufige Eskalation der Ohrgeräusche verantwortlich seien. 
  • Die Leiterin der HNO-Abteilung der Charité, Frau Prof. Olze, ging auf die Bedeutung einer Cochlea Impant-Versorgung bei hochgradiger Schwerhörigkeit und Taubheit im Rahmen der Tinnitustherapie ein und betonte, dass alleine durch die Hörverbesserung eine Reduktion der Tinnitussymptome möglich sei. 
  • Prof. Meier aus Zürich stellte in seinem Vortrag den Zusammenhang von Alter und "kognitivem Hören" heraus. Dabei handelt es sich um die Fahigkeit, Sprache richtig zu verarbeiten. In seinen Studien stellte sich heraus, dass selbst bei einem guten Hörtest die Fähigkeit zur differenzierten Sprachverarbeitung im Alter nachläst, was sowohl auf der Reduktion von Sinneszellen im Innenohr als auch auf neurologischen Alterungsprozessen beruhen kann.

Die Essenz: Was ist Tinnitus und wie lässt er sich behandeln?

Als Essenz lässt sich festhalten, dass es sich beim chronischen Tinnitus um eine komplexe Funktionsstöurng zwischen Hörverarbeitung einerseits und vegetativem und limbischen Nervensystem andererseits handelt, die sich durch hörverbessernde Maßnahmen, Entspannungsverfahren sowie vor allem durch eine kognitive Verhaltenstherapie bessern lässt.


Autor: Dr. Uso Walter


Sonntag, 17. September 2017

Tinnitus - alles eine Frage der Nackenmuskulatur?

Neue Erkenntnisse in der Tinnitusforschung?

Vor allem Kiefergelenksverspannungen
verursachen Tinnitus
In seiner neuesten Ausgabe berichtet der Stern von einem Orthopäden, der zwei Muskeln identifiziert hat, die bei Verspannung Tinnitus auslösen (http://www.stern.de/gesundheit/tinnitus-therapie--alles-eine-frage-der-nackenmuskulatur--7620856.html). Was hier als neue Erkenntnis präsentiert wird, ist allerdings seit langem bekannt: Verspannungen der Nacken-, vor allem aber der Kiefermuskulatur können bei Fehlfunktionen und Verspannungen Tinnitus auslösen oder verstärken. Bei jüngeren, hörgesunden Patienten ist dies sogar die häufigste Ursache für Tinnitus.

Die neue Erkenntnis ist also eine alte und es sind auch nicht nur die beiden isolierten Muskeln mit den uanaussprechlichem Namen, die den Tinnitus auslösen, sondern immer Muskelgruppen. 


Wie kommt es zu Tinnitus durch Verspannungen?

Wie kommt es aber zu diesen Verspannungen? Und hier kommt wieder der Stress ins Spiel. Denn die Muskeln im Kopfbereich sind in der Regel nicht wegen muskulärer Überlastung angespannt, sondern durch die Ausschüttung von Stresshormonen. Aus evolutionären Gründen baut der Körper nämlich in Stresssituationen Muskelspannung auf, um besser kämpfen oder fliehen zu können ("Fight or flight"). Baut man diese Verspannungen durch natürliche Bewegung nicht mehr ab, kommt es zu einer dauerhaften Verkürzung der Muskulatur mit Druck auf die Gelenke, Zähne und Bandscheiben.

Durch die zentrale Verknüpfung der zugehörigen Nervenfasern mit der Hörverarbeitung kann es dann zu einer veränderten Verarbeitung von akustischen Signalen mit der Folge von Tinnitus und Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) kommen.


Was tun gegen die Verspannungen?

Eigentlich ist es ja ganz logisch: Bei Anpannung hilft Entspannung! Das ist aber nicht immer so einfach wie es klingt. Hier ein paar Tipps:

  1. Loslassen: Bewusstes Dehnen und Lockern der Muskulatur verhindert dauerhafte Verspannungen. Am besten mehrfach täglich ein bis zwei Minuten!
  2. Pausen machen: Ununterbrochene Arbeit führt zu langsam wachsender Anspannung und damit auch zu Verspannungen. Kurze Pausen helfen, dass die Spannung immer wieder zwischendurch nachlässt und sich so nicht ganz so hoch aufbauen kann.
  3. Bewegen: Die beste Art, Verspannungen auf natürliche Weise wieder abzubauen, ist Bewegung. Dabei gilt: Oben (Kopf-, HWS- und Schulterbereich) loslassen und unten (Beine, LWS) Gas geben! Walken, Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen sind hier besonders gut geeignet.
  4. Knirscher-Schiene: Bei starker Verspannung des Kiefergelenkes, ist eine zahn- oder kieferorthopädische Abklärung und ggf. die Anpassung einer Schiene oder die Verordnung von spezieller Krankengymnastik sinnvoll.
  5. Akupunktur: Sowohl mit der Ohr-, als auch mit der klassisch chinesischen Akupunktur lassen sich innere Anspannungen und muskuläre Verspannungen lösen. Gerade in der Anfangsphase einer Tinnitusbehandlung kann das sinnvoll sein, da die Akupunktur schnell wirkt und die anderen Maßnahmen in der Regel erst mittelfristig greifen. 

Noch mehr Tipps gibt es im Youtube-Video https://www.youtube.com/watch?v=l0Ra_Ob3w2g und im konstenlosen E-Book unter http://www.mynoise.de/de/ebook-webinare/ebook.html

Autor: Dr.Uso Walter