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Dienstag, 12. Februar 2019

Tinnitus – eine Frage der Wahrnehmung

22. Klinikvertreter- und 14. TRT-Treffen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V.
(Wuppertal, 12.02.2019) Der Qualitätszirkel der Tinnitus-Behandler aus dem stationären und ambulanten Bereich traf sich auf Einladung der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) am 9. Februar 2019 in der Habichtswald-Klinik in Kassel-Bad Wilhelmshöhe. Zu diesem 22. Klinikvertreter- und 14. TRT-Treffen kamen rund 50 Fachleute aus Tinnitus-Kliniken und ambulanten Tinnitus-Zentren, HNO-Ärzte, Psychotherapeuten und Hörakustiker, um sich über Behandlungsmöglichkeiten bei Ohrgeräuschen auszutauschen.  

Volker Albert, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL), begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wies darauf hin, dass die DTL nun als einzige Selbsthilfeorganisation offizieller Partner der EU-geförderten Forschungsgruppe TIN-ACT (Tinnitus Assessment – Causes – Treatments) ist. Beteiligt sind Forscher aus Groningen, Marseille, Nottingham, Berlin und Erlangen. Prof. Dr. Dr. Gerhard Goebel, stellvertretender DTL-Vorstandsvorsitzender, berichtete über die Entwicklung in der Rehabilitations- und Krankenhausbehandlung sowie in den ambulanten Tinnitus-Retraining-Therapie-Zentren (TRT). So wurden gemäß den Angaben der teilnehmenden Kliniken im Jahr 2018 dort insgesamt 6052 Tinnitus-Patienten behandelt: 4227 Patienten unterzogen sich einer Rehabilitationsbehandlung, 1594 Patienten einer Krankenhausbehandlung und 231 einer stationären Behandlung im Auftrag der Berufsgenossenschaft.

Der Neurowissenschaftler Dr. Lars Haab von der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes sprach über „Hörminderung und Tinnitus aus neuronaler Sicht“. Er zeigte anhand von Forschungsergebnissen auf, dass es bei einem Hörverlust zu einer erhöhten Nervenaktivität kommt. Bei Tinnitus führt diese Übererregung der Nerven dazu, dass die Betroffenen einen Ton wahrnehmen, der gar nicht da ist. Dr. Haab zufolge lasse sich daraus jedoch nicht erklären, warum manche Menschen unter dem Ohrgeräusch leiden und andere nicht. Dies wiederum sei dadurch erklärbar, dass manche Betroffenen dem Tinnitus zu viel Aufmerksamkeit beimessen. Ein negativer Stimulus lenke die Aufmerksamkeit intensiver auf sich als ein neutraler Reiz. Wird der Tinnitus also als negativ eingeordnet, weil beispielsweise Angst damit verbunden ist, wird dem Ohrgeräusch zu viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dies ist auch der Grund dafür, dass Menschen mit Depressionen oder Angsterkrankungen häufiger unter dem Tinnitus leiden, während andere der Ton nicht so sehr stört. Bewährte Behandlungen sind die Nutzung von Hörgeräten sowie die Verhaltenstherapie, die die Betroffenen dabei unterstützt, den Fokus der Aufmerksamkeit besser vom Tinnitus weglenken zu können.

Diplom-Ingenieur Carsten Ruhe referierte über „Hörgerechte Barrierefreiheit“ und schilderte, worauf es beim barrierefreien Planen und Bauen ankommt. In einer sehr anschaulichen Gruppenübung machte er deutlich, dass wir alle von irgendeiner Form von Einschränkung betroffen sind, ob es nun eine Hörminderung, eine Laktoseintoleranz oder eine Sehschwäche ist. „Wir sind alle nur darin gleich, dass wir verschieden behindert sind. Also ist barrierefreies Bauen Bauen für alle“, so Ruhe.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Prof. Goebel moderiert wurde und an der Dr. Lars Haab, Dr. Uso Walter, Aleksander Winiarski, Dr. Roland Zeh und Carsten Ruhe teilnahmen, ging es um das Thema „Tinnitus-Messen“. Dabei wurde kontrovers diskutiert, ob es sinnvoll sei, die Tinnitus-Frequenz zu bestimmen oder nicht. So führt Dr. Roland Zeh, Chefarzt der Median-Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim, keine Tinnitus-Messung durch, weil sie in der Klinik keine Bedeutung habe und eher die Aufmerksamkeitsfokussierung auf den Tinnitus fördere. Andere HNO-Ärzte wiederum waren der Auffassung, die Patienten fühlten sich nicht ernst genommen, wenn keine Tinnitus-Messung durchgeführt werde. Einige nutzen dies auch, um dem Patienten den Zusammenhang zwischen Hörminderung und Tinnitus darzustellen.

 Am Nachmittag standen drei verschiedene Workshops auf dem Programm. In Workshop 1 bei Prof. Dr. Dr. Gerhard Goebel stand das Thema „Neue Ansätze in der apparativen Tinnitus-Therapie: Hält das TMNMT (tailor-made notched music training), was es verspricht?“ im Mittelpunkt. Apps zur Tinnitus-Behandlung sind derzeit sehr verbreitet, für ihre Wirksamkeit liegt jedoch keine Evidenz vor. Dr. Helmut Schaaf vom Ohr- und Hörinstitut Bad Arolsen gab in Workshop 2 eine „Kleine Einführung in die Tinnitus-Wahrnehmung“. Vor dem Hintergrund seiner 25-jährigen Erfahrung in der Therapie von Tinnitus-Betroffenen schildert er Tinnitus als ein Symptom der Hörwahrnehmung. In Workshop 3 stellte Diplom-Pädagogin Christine Staemmler, Dresdner Zentrum für Tinnitus-Retraining-Therapie, die Grundzüge der Tinnitus-Retraining-Therapie vor, die eine Veränderung der Hörwahrnehmung und Verbesserung der Hörfähigkeit, Entspannungsfähigkeit und Stressverarbeitung zum Ziel hat. Dr. Matthias Staemmler schilderte die HNO-ärztliche Untersuchung und Behandlung von Ohrgeräuschen anhand von Fallbeispielen. Der Tinnitus ist nur zehn bis 15 Dezibel laut, wird aber oft viel lauter empfunden. „Dass der Tinnitus so laut gehört wird, ist eine Frage der Wahrnehmung“, so Dr. Staemmler.   
 


Experten aus ganz Deutschland kamen zum 22. Klinikvertreter- und
14. TRT-Treffen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. nach Kassel. Foto: Sabine Wagner.

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 12.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 80 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.
Weitere Infos: www.tinnitus-liga.de

Donnerstag, 7. Februar 2019

Verhaltenstherapie bei chronischem Tinnitus


Heute weiß man, dass Tinnitus eine Folge irregulärer Erregungen im Bereich der Hörbahn ist. Ausgelöst werden diese zwar im Innenohr durch kaputte Sinneszellen, bewusst werden sie aber erst bei einer Fehlfunktion der Hörverarbeitung im Kopf. Denn die entscheidet letztlich darüber, welche Geräusche verstärkt und welche unterdrückt werden. 

Bei akuten Hörverlusten, z.B. nach einem Knalltrauma, einem Hörsturz oder nach längerer Lärmeinwirkung, verstärkt die Hörverarbeitung daher die damit verbundenen Geräusche. Dasselbe passiert bei Stress oder Verspannungen in den Kiefergelenken, also z.B. bei CMD (craniomandibuläre Dysfunktion) oder Bruxismus oder bei Blockaden im Bereich der Nackenmuskulatur. Und da der Tinnitus selbst auch wieder Stress macht, entsteht häufig ein Teufelskreis, aus dem die Betroffenen selbst nur schwer wieder herausfinden.

Aber auch die innere Einstellung gegenüber dem Tinnitus entscheidet ganz wesentlich über den Leidensdruck, den die nervigen Ohrgeräusche auslösen. Will man nämlich den Tinnitus unbedingt „weghaben“, ärgert man sich über ihn oder lässt sich von ihm bestimmen, hält man ihn automatisch für wichtig und er wird immer lauter und lästiger. Denn die Hörverarbeitung hat einen ganz einfachen Job: Sie verstärkt wichtige und unterdrückt unwichtige Geräusche.

Wie aber soll ich ein Geräusch, dass ich nicht haben will und das mich nervt, nicht mehr wichtig nehmen? Das ist die Schwierigkeit bei jeder Tinnitustherapie. Ablenkung mit anderen Geräuschen und Entspannungsmaßnahmen können zwar die Lautstärke des Tinnitus reduzieren und helfen, den Teufelskreis aus Tinnitus und Stress zu durchbrechen, richtig nachhaltig besser wird er aber erst, wenn man ihn nicht mehr wichtig nennt. Die Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von Akzeptanzentwicklung. Und diese Akzeptanz kann man lernen. Mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie.

In den neuen europäischen Leitlinien zur Behandlung von chronischem Tinnitus ist die kognitive Verhaltenstherapie daher die einzige Behandlungsmethode, die eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit besitzt. Die Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von hoher Evidenz. Lediglich die Hörgeräteanpassung bei Hörverlusten erzielt noch eine, wenn auch deutlich geringere, Evidenz. Alle anderen Tinnitusbehandlungen wie Tabletten, Infusionen, Noiser, Retraining-Therapien und akustischen Therapieverfahren wie tinnitracks bringen nachgewiesenermaßen keine Besserung! Auch die Deutsche Tinnitusliga und der Berufsverband der HNO-Ärzte empfehlen die kognitive Verhaltenstherapie als Behandlung der Wahl.

Warum aber wirkt eine kognitive Verhaltenstherapie so gut bei chronischem Tinnitus? Das liegt daran, dass letztlich unsere innere Einstellung oder Haltung darüber entscheidet, wie wichtig wir den Tinnitus nehmen und wie sehr wir entsprechend unter ihm leiden. Mit einer kognitiven Verhaltenstherapie lernt man, schädliche Haltungen, die den Tinnitus verstärken, zu erkennen und durch hilfreichere, die ihn unterdrücken, zu ersetzen. Schritt für Schritt kommt man so mehr zur Ruhe. 

Da Termine für eine Verhaltenstherapie allerdings nur schwer zu bekommen sind und die Therapeuten häufig nicht auf Tinnituspatienten eingestellt sind, haben HNO-Ärzte und Psychologen die Tinnitus-App Kalmeda entwickelt, die ein spezielles verhaltenstherapeutisches Übungsprogramm für Tinnituspatienten bietet. In dem Programm lernen sie, mehr Entspannung in den Alltag zu integrieren, Achtsamkeit gegenüber ihren eigenen Bedürfnissen zu entwickeln und den Tinnitus durch eine veränderte Einstellung zu bewältigen. Ergänzt wird die App durch Entspannungsübungen und geführte Meditationen, eine Wissensbibliothek und angenehme Hintergrund- und Naturgeräusche. Auch ein direkter Kontakt mit einem Therapeuten ist jederzeit möglich.

Die leitlinienbasierte Tinnitusbehandlung wird von der BIG direkt gesund als erster Krankenkasse im Rahmen eines Selektivvertrages mit dem HNOnet NRW erstattet. Informationen hierzu gibt es unter 

Einen Eindruck von der Therapie gibt das folgende kurze Video:


Dienstag, 1. Januar 2019

Akustische Tinnitustherapie zunehmend umstritten - mynoise zieht die Konsequenzen


Die Idee klingt verlockend: Man nimmt ein angenehmes, breitfrequentes Hintergrundgeräusch, schneidet die Tinnitusfrequenz daraus mit einem Notched-Noise-Filter aus und hemmt dadurch die Nervenzellen im Bereich der Hörbahn, die den Tinnitus übertragen. Bei regelmäßigem Hören wird der Tinnitus dann im Laufe der Zeit leiser.

Soweit die Theorie. Neuere Studien zeigen allerdings, dass eine Verbesserung der Lebensqualität nicht erreicht werden kann und die neuen europäischen Leitlinien zur Tinnitustherapie bescheinigen der Behandlungsmethode keine Evidenz.Auch die Deutsche Tinnitusliga rät daher von dem Verfahren ab.

Da diese Form der akustischen Tinnitustherapie dennoch in Einzelfällen hilfreich sein kann und es auch nach wie vor positive Studien gibt, haben wir uns von mynoise entschlossen, die Behandlung ab sofort kostenlos anzubieten: Einfach beim Bezahlvorgang den Gutschein-Code "Kalmeda" eingeben und die entsprechende Datei downloaden: www.mynoise.de

Im Gegensatz zu anderen Anbietern wie sonormed mit tinnitracks ziehen wir damit die Konsequenzen aus den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und empfehlen die Behandlung bei einem tonalen Tinnitus nur noch zusätzlich zur eigentlichen Tinnitustherapie in Form der Tinnitus-App Kalmeda. Diese bietet eine komplette, leitlinienbasierte Tinnitustherapie mit dem Schwerpunkt auf einer kognitiven Verhaltenstherapie: www.kalmeda.de
In 5 Leveln mit je 9 Etappen lernt man, seine Aufmerksamkeit besser zu lenken, Entspannung in den Alltag zu integrieren, Achtsamkeit zu üben und die notwendige innere Einstellung zu entwickeln, um den Tinnitus zu bewältigen und wieder mehr Ruhe in sein Leben zu bringen. Erste Gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten für die App im Rahmen eines Selektivertrages mit dem HNOnet NRW. Mehr Infos dazu in Kürze unter www.hnonet-nrw.de

Mittwoch, 12. September 2018

Neue europäische Leitlinien zur Tinnitustherapie

Schon zum 20. Mal fand am 07.09.18 das internationale Tinnitus-Symposium in Berlin unter der Regie von Prof. Dr. Mazurek, der Leiterin der Tinnitusambulanz der Charité, statt. Auf der wie immer hochkarätigen Veranstaltung berichteten Forscherteams aus ganz Europa über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Tinnitus. Frau Prof. Mazurek selbst fasste in ihrem Beitrag die neuen europäischen Therapieempfehlungen für Patienten mit chronischem Tinnitus zusammen, an denen sie selbst neben anderen Experten mitgewirkt hat. Und dabei gab es einige Überraschungen: Nur eine Therapieform überhaupt, nämlich die kognitive Verhaltenstherapie, kann demnach mit hoher Evidenz empfohlen werden. Viele bisher übliche Behandlungsverfahren fielen dagegen durch, da sich ihre Wirksamkeit in den Studien der letzten Jahre entweder nicht belegen oder sogar widerlegen ließ.

Die Leitlinien, die den Ärzten eine Orientierung bei der Behandlung ihrer Patienten geben sollen, fasst Dr.Uso Walter in seiner neuesten Tinnitussprechstunde zusammen und erklärt dabei gleich noch, was Evidenz ist und warum sie so wichtig ist.

Mehr zur kognitiven Verhaltenstherapie und wo man sie jetzt ganz einfach bekommen kann, gibt´s hier: www.kalmeda.de

Freitag, 13. Juli 2018

Startschuss für die Kalmeda Tinnitus-App (Pressemitteilung 13.07.18)

Gemeinsam für „Kalmeda“ – die Akteure von mynoise, GFW Duisburg und BIG direkt gesund (v.l.n.r.: Dr. Stefan Pennig/mynoise GmbH, Jörg Spiethoff/ BIG direkt gesund, Ralf Meurer und Andrée Schäfer/GFW Duisburg mbH, Dr. Uso Walter/mynoise GmbH, Peter Kaetsch/BIG direkt gesund und Christof Schifferings/mynoise GmbH; Urheberin: Jacqueline Wardeski, Nutzungsrechte: mynoise GmbH)
Tinnitus ist weit verbreitet: Schätzungsweise sind es fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland, die unter den störenden Ohrgeräuschen leiden. Etwa vier Millionen Menschen landauf, landab – davon geschätzt rund 20.000 allein in Duisburg. Menschen, denen Existenzgründer Dr. Uso Walter, Tinnitus-Experte und Hals-Nasen-Ohren-Arzt mit eigener Praxis in Duisburg-Neudorf, helfen will. Nach „mynoise“, einer speziellen Soundtherapie zum download, die er bereits 2014 entwickelt hat, folgt jetzt die innovative Ergänzung „Kalmeda“. Während die Sounddateien auf Patienten abzielt, die mit Störgeräuschen konstanter Frequenzen zu kämpfen haben, geht „Kalmeda“ weiter und bietet die weltweit erste komplette Tinnitustherapie einschließlich der wichtigen kognitiven Verhaltenstherapie als mobile App. Die Kalmeda Tinnitus-App hilft „maßgeschneidert“ bei chronischem Tinnitus – und zwar durch ein strukturiertes Übungsprogramm auf Basis einer „ressourcenorientierten kognitiven Verhaltenstherapie“. Die Therapie basiert auf neuesten Erkenntnissen über die Funktionsweise des Gehirns und richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten und Krankheitsverläufen. Dadurch ist sichergestellt, dass jeder Betroffenen genau die Hilfe erhält, die er benötigt.

Mediziner Dr. Walter weiß: „Jeder Mensch ist anders. Was für den einen entspannend ist oder dessen Einstellungen dem Tinnitus gegenüber verändert, ist für andere vielleicht sogar stressend. Fakt ist: Je mehr der Betroffene lernt, auf sich und seine Bedürfnisse zu achten und je weniger er den Tinnitus in den Mittelpunkt seiner Gedanken und seines Handelns stellt, desto besser wird es ihm gehen. Das Kalmeda-Übungsprogramm hilft ihm daher mit den Methoden einer Verhaltenstherapie, schädliche Einstellungen zu erkennen und durch hilfreiche zu ersetzen.


Die Tinnitus-App Kalmeda bietet eine inidividuelle, sturkturierte
Verhaltenstherapie entsprechend der wissenschaftlichen Leitlinien
Die Verhaltenstherapie soll die Einstellung des Patienten zu den von ihm wahrgenommenen Ohrgeräuschen verändern. Sie gilt als der wirksamste Bestandteil jeder Tinnitus-Therapie. Ferner erhält der Patient systematische Entspannungshilfen. Auch diese reduzieren den Stress und wirken sich positiv auf den Tinnitus aus. Drittes Element der App ist der „Sound“: Verschiedene Hintergrund- und Naturgeräusche helfen, die Wahrnehmung des Tinnitus zu reduzieren und besser zur Ruhe zu kommen. Last, but not least, ergänzt eine Wissensbibliothek die Kalmeda-App. Sie vermittelt das notwendige Hintergrundwissen und ermöglicht den direkten Kontakt zum Arzt.

Das Alleinstellungsmerkmal der von Dr. Walter gemeinsam mit Psychologen entwickelten App liegt in der permanenten Verfügbarkeit; wann immer der Patient die Hilfestellung benötigt, kann er sie abrufen, da heute nahezu jeder mit einem Smartphone unterwegs ist. „Das hat man immer zur Hand und kann so die Therapiemaßnahmen wesentlich einfacher in den Alltag integrieren und seine Ziele schneller erreichen. Darüber hinaus ist die Kalmeda Tinnitus-App als Medizinprodukt zugelassen. Dass wir uns dabei an höchste Datenschutzstandards halten, ist klar“, betont Dr. Walter.

Die Kalmeda-App zielt ab auf Patienten mit chronischem Tinnitus und mittlerem bis schwerem Leidensdruck. Während der Einführungsteil der App kostenlos ist, wird für die mehrmonatige kognitive Verhaltenstherapie eine monatliche Gebühr fällt. „Ziel ist es, die Behandlung langfristig in die Regelversorgung zu integrieren“, erläutert Christof Schifferings, ebenfalls Geschäftsführer der mynoise GmbH. Mit der „BIG direkt gesund“ ist daher von Anfang an auch eine gesetzliche Krankenkasse mit an Bord, deren Feedback zu Inhalten und Anwenderfreundlichkeit in die Planungen eingeflossen ist.

Auch volkswirtschaftlich gesehen entstehen durch chronischen Tinnitus immense Kosten. Auf mehrere Milliarden Euro schätzen Experten den Schaden – resultierend aus Krankschreibungen, Reha-Maßnahmen, Berufsunfähigkeiten und psychologischen Behandlungen. „Seit Jahren steigt die Anzahl von Krankschreibungen wegen psychischer Probleme und wir sehen vor allem in neuen, innovativen Therapiekonzepten wie ‚Kalmeda‘ eine große Chance, die bestehenden Versorgungslücken zu schließen“, betont Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund. „Wir befinden uns daher gemeinsam mit mynoise und einem großen Facharztnetz in NRW in Verhandlungen, um die neue App auch als Bestandteil eines integrativen Versorgungsangebots umzusetzen“, so Kaetsch weiter.

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg) begleitet Dr. Walter „in seiner Eigenschaft als Existenzgründer“ seit rund vier Jahren. Dieser nutzte das von der GFW Duisburg gemeinsam mit der Business Angels Agentur Ruhr (BAAR) angebotene Pitch-Format „BAARSuccess am Montag“, bei dem sich Gründer mit der Präsentation ihrer Geschäftsidee um Kapitalgeber bemühen. „Da die GFW Duisburg die Digitalisierung als einen branchenübergreifenden Boom wertet, begleitet sie fokussiert Existenzgründungen im technologieorientierten Bereich. Es ist gut, mit Dr. Walter einen Vorreiter des ‚Connected Healthcare‘ am Standort zu haben, da die vernetzte Medizintechnik sukzessive an Bedeutung gewinnt“, so GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer.

Andrée Schäfer, Existenzgründungsberater der GFW Duisburg, arbeitet operativ mit Akteuren wie Dr. Walter zusammen und weiß: „Solche Gründungen sind zunächst ziemlich kapitalintensiv. Daher ist es wichtig, dass es auch in Deutschland immer mehr Business-Angel und andere Kapitalgeber gibt, die bereits in der Frühphase einer Gründung strategisch investieren. Förderprogramme wie der Innovationsgutschein erlauben dank einer Zuschussförderung von 25.000 Euro, Produkte mit wissenschaftlicher Förderung bis zur Marktreife zu entwickeln. Hierdurch ist schon so manch erfolgreiche Markteinführung erst möglich geworden. In solchen Fällen helfe ich gerne bei der Antragstellung, die dann für die Unternehmen weniger komplex und zeitintensiv ausfällt.“


Weitere Informationen zu Kalmeda sind abrufbar unter: www.kalmeda.de


Einen Info-Film zur Therapie finden Interessierte unter: https://vimeo.com/253929056

 

Freitag, 2. März 2018

Ein Rezept gegen den Tinnitus

Wäre es nicht schön, wenn man bei einem chronischen Tinnitus nur ein Rezept ausstellen müsste und der Tinnitus wäre wieder weg? Leider ist das nicht ganz so einfach: Eine ursächliche Behandlung, die den Tinnitus einfach beseitigt, gibt es nicht und wird es auch wahrscheinlich nie geben. Denn die Sinnenzellen im Innenohr gehen von Geburt an kaputt und führen zu irregulären Signalen im Bereich der Hörbahn, die als Tinnitus wahrgenommen werden können. Normalerweise unterdrückt die Hörverarbeitung diese Geräusche zwar, weil sie sie als unwichtig einstuft, aber bei akuten Hörverlusten, Stress oder Verspannungen im Kiefergelenks- oder Nackenbereich können sie hörbar werden. Und da sie selber auch wieder Stress machen, entsteht schnell ein Teufelskreis aus Tinnitus und Stress, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Aber genauso wie die Hörverarbeitung anfangs den Tinnitus verstärkt, kann sie auch lernen, ihn wieder zu unterdrücken. Das gelingt mit der Kombination unterschiedlicher Maßnahmen:

  • Wissensvermittlung
  • Akustische Ablenkung
  • Entspannung
  • Veränderung der Einstellung gegenüber dem Tinnitus

Für sich genommen mögen diese Maßnahmen nicht sehr spektakulär erscheinen und man kann sich nicht so recht vorstellen, wie dadurch der Tinnitus besser werden soll oder vielleicht sogar wieder weggeht. Aber vergleiche wir das doch mal mit den Zutaten für einen Kuchen: Rohe Eier, trockenes Mehl, krümmeliger Zucker, fettige Butter - auch das klingt nicht sehr verlockend!


Und doch: In der richtigen Kombination und über einen längeren Zeitraum gemischt ergeben diese einfachen Zutaten einen leckeren Kuchen. Und genau das passiert auch bei einer wirksamen Tinnitustherapie: Die richtige Mischung der Maßnahmen über einen längeren Zeitpunkt führt zu einer nachhaltigen Besserung.


So gesehen gibt es also schon ein Rezept gegen den Tinnitus! Nur nicht das gewohnte Rezept beim Arzt, sondern ein Rezept wie aus dem Kochbuch. Und wo gibt es das? Ganz einfach hier: www.kalmeda.de

Mittwoch, 24. Januar 2018

Zwei Jahre Tinnitussprechstunde bei Youtube

Genau vor 2 Jahren ging die erste Tinnitussprechstunde von Dr.Uso Walter bei Youtube online. Über 70 Beiträge später nutzen bereits 530 Abonnenten wöchentlich die Sprechstunde und der meistgesehene Beitrag "Tinnitus und Kiefergelenk" hat über 18.000 Klicks. Zum Jubiläum hier die Top Ten der am häufigsten gesehen Beiträge mit direkten Links zu den ersten drei Platzierungen:

1. Tinnitus und Kiefergelenk



2. Was ist bei Tinnitus verboten?



3. So bekommt man einen pulssynchronen Tinnitus wieder weg



4. Tinnitus in der Traditionellen Chinesischen Medizin

5. Kann man einen Tinnitus ganz weg bekommen?

6. Therapie von chronischem Tinnitus

7. 3 Tipps zur Entspannung bei Tinnitus

8. Tinnitus und HWS

9. Was tun, wenn der Tinnitus plötzlich schlechter wird?

10. Die 2 größten Irrtümer über Tinnitus

Alle Beiträge finden Sie hier:

https://www.youtube.com/channel/UCwimdU14vHgAotqAuBFrOmA/videos?sort=p&view=0&flow=grid