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Donnerstag, 26. Dezember 2013

Stresstest online

Stress ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Tinnitus. Aber auch bei dessen Verarbeitung: Hier wirkt Stress wie ein "Lautstärkeknopf",  der den Tinnitus um so lauter stellt, je gestresster man ist. Das hängt mit der evolutionär bedingt engen Verknüpfung der zentralen Hörverarbeitung und dem vegetativen Nerensystem zusammen. Um hier die richtigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen, ist es zunächst wichtig, sich klar zu machen, wie gestresst man überhaupt ist.

Entspannt lebt es sich einfach besser!
Die Firma medicaltex bietet hierfür einen wissenschaftlich geprüften Stresstest mit online-Auswertung an, der einem bei der Selbsteinschätzung hilft: http://www.stressmonitor.de/

Also schnell die Fragen beantworten, denn es gilt immer noch: Gefahr erkannt - Gefahr gebannt!

Tipps zur Stressbewältigung folgen...


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Wie funktioniert das Hören?



Das Ohr

Das Ohr unterteilt sich in das äußere Ohr mit Ohrmuschel und Gehörgang, das Mittelohr mit Trommelfell und den drei Gehörknöchelchen und das Innenohr mit der Hörschnecke und dem Gleichgewichtsorgan.


Das äußere Ohr dient der Aufnahme der Schallwellen und spielt durch die Lage und Form der Ohrmuscheln eine wichtige Rolle beim Richtungshören. Im Gehörgang werden darüber hinaus bereits bestimmte Frequenzen durch Resonanz verstärkt. Das äußere Ohr endet am Trommelfell.

Das Mittelohr nimmt die Schallwellen über das Trommelfell auf und leitet sie über die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel zum Innenohr. Über die Hebelwirkung der Gehörknöchelchen wird der Schall dabei verstärkt. Das Mittelohr ist lufthaltig. Da über die Mittelohrschleimhaut aus physikalischen Gründen ständig Luft resorbiert wird, muss beim Schlucken, Kauen oder Sprechen ein regelmäßiger Druckausgleich über die Ohrtrompete vom Nasenrachen aus stattfinden, damit kein Unterdruck entsteht.

Das flüssigkeitsgefüllte Innenohr besteht neben der Hörschnecke auch aus dem Gleichgewichtsorgan. In der Hörschnecke werden die Schallwellen von der Basis zur Spitze weitergeleitet. Je nach Frequenz erreichen die sie dabei an einer bestimmten Stelle der Hörschnecke ein Maximum und reizen dort die inneren und äußeren Haarzellen, die den mechanischen Impuls der Welle in einen elektrischen Reiz umwandeln, der dann an den Hörnerven weitergeleitet wird.


Die Aufgabe des Ohres besteht in der Aufnahme, Verstärkung  und Sortierung der Schallreize.


Der Hör- und Gleichgewichtsnerv

Über den Hör- und Gleichgewichtsnerven werden die ankommenden Signale zur zentralen Hörverarbeitung ins Gehirn weitergeleitet.


Die zentrale Hörverarbeitung

Im Gehirn werden die ankommenden Signale verarbeitet und mit Informationen aus anderen Gehirnteilen verknüpft. Unter anderem kommt es dabei zu einer Sortierung von wichtigen und unwichtigen Informationen. Wichtige akustische Informationen, vor allem Sprachreize und Alarmsignale, werden verstärkt und dadurch bewusst wahrgenommen, unwichtige, wie Vogelgezwitscher, werden unterdrückt. Dieser unbewusst und reflektorisch ablaufende Prozess dient dazu, das Großhirn zu entlasten und möglichst schnell auf gefährliche Situationen reagieren zu können.

In gewissem Umfang besteht auch die Möglichkeit, die akustische  Verarbeitung durch Lenkung der Aufmerksamkeit zu beeinflussen oder die Verstärkung oder Unterdrückung bestimmter Geräusche zu erlernen.


Die Aufgabe der Hörverarbeitung besteht darin, wichtige akustische Reize zu verstärken und unwichtige zu unterdrücken.



Sonntag, 1. Dezember 2013

Höhere Festbeträge für Hörgeräte ab 01.11.2013

Aufgrund eines Beschlusses des GKV-Spitzenverbandes vom Juli 2013 erhalten gesetzlich Versicherte seit dem 1.11.13 eine deutlich höhere Zuzahlung zu Hörgeräten (http://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/hilfsmittel/festbetraege/einzelne_himi_arten/Festbetragsgruppensystem_fuer_Hoerhilfen_Hoergeraet_fuer_schwerhoerige_Versicherte.pdf). Die Beträge wurden damit beinahe verdoppelt: 784,94 € gibt es für das erste und 638,12 € für das zweite Gerät (brutto). Dafür müssen die Hörgeräte aber auch Digitaltechnik nutzen, mindestens vier Kanäle und drei Hörprogramme anbieten sowie Rückkopplungen und Störschall unterdrücken.

Quelle: Amplifon.de
 Patientenverbände kritisieren , dass für diesen Betrag immer noch kein ausreichend gutes Gerät bei einer mittelgradigen Schwerhörigkeit zu bekommen sei. Außerdem sei der Abschlag bei dem zweiten Gerät nicht hinnehmbar, da die beidohrige Versorgung die Regel sei.  (http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/presse.asp?inhalt=2013/2013-03)

Die großen Akustikerketten werben derweil für Hörgeräte zum Nulltarif. Also auf jeden Fall auch solche Geräte ausprobieren!


Mittwoch, 27. November 2013

Ruhe durch Geräusche



Viele Menschen sehnen sich nach Ruhe und verwechseln dies mit absoluter Stille. Dabei empfinden selbst Menschen ohne Tinnitus physikalische Stille, also die Abwesenheit von jedem Geräusch, als bedrohlich und unangenehm.  

Natürliche Geräusche vermitteln Entspannung und Ruhe
Das liegt daran, dass evolutionär gesehen unsere normale akustische Umgebung von natürlichen Geräuschen geprägt ist. Wasser-plätschern, Windgeräusche und raschelnde Bäume signalisieren uns: Alles in Ordnung!

Bei plötzlicher Stille oder unnatür-lichen Geräuschen wird dagegen das vegetative Nervensystem aktiviert und führt zu einer Stressreaktion des Körpers. Man fühlt sich angespannt und unruhig. Das gilt auch für den Tinnitus, der von der Hörverarbeitung als Alarmsignal interpretiert wird.


Um also „zur Ruhe zu kommen“ ist nicht absolute Stille geeignet, sondern im Gegenteil eine natürliche Geräuschumgebung. Dies führt auch beim Tinnitus zu einer Unterdrückung der Ohrgeräusche und einer vermehrten Entspannung. Auf diesem Prinzip basieren zum Beipiel die Noiser-Therapie und andere akustische Behandlungsverfahren wie die mynoise-Tinnitus-Therapie.

Samstag, 23. November 2013

aktuelle Leitlinie Tinnitus

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie hat letztmalig 2010 Empfehlungen zur Behandlung von akutem und chronischem Tinnitus herausgegeben. Hier finden sich neben den empfohlenen Diagnose- und Behandlungsmethoden auch viele Literaturhinweise und Studien zum Thema Tinnitus und Tinnitus-Therapie.

Die ärztliche Aufklärung spielt eine wichtige Rolle
Dabei steht bei der Behandlung des chronsichen Tinnitus die Aufklärung des Patienten immer am Anfang der Behandlung. Daneben werden akustische Therapieverfahren, Entspannungstechniken und ggf. auch eine psychologische Betreuung empfohlen. Medikamente spielen beim chronischen Tinnitus eine untergeordnete Rolle.

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-064l_S1_Tinnitus.pdf

Dienstag, 19. November 2013

individuelle akustische Tinnitus-Therapie auf CD

Im Dezember ist es soweit: die individuelle akustische Therapie mynoise bei tonalem Tinnitus ist dann unter  www.mynoise.de als MP3-Datei auf CD erhältlich.

In nur drei Schritten können sich Betroffene über die verschiednen Aspekte der Therapie informieren, ihre Tinnitusfrequenz interaktiv im Internet bestimmen und die CD bestellen.


Von Dr.Uso Walter

Montag, 11. November 2013

Tinnitus-DVD

Schon seit Jahren bewährt sich das vom Institut für integrative Medizin zusammen mit der Deutschen Tinnitusliga und dem HNOnet NRW entwickelte Therapie-Konzept "Tinnitus - na und?!" in NRW. Der zugehörige Vortrag von Dr.Walter für Patienten mit chronischem Tinnitus ist auch als DVD erschienen. Hier werden alle wichtige Infos vermittelt, wie chronische Ohrgeräusche wieder erträglich werden und man Schritt für Schritt seine Lebensqualität zurück gewinnt:

http://www.tinnitus-na-und.de/dvd-bestellen

Donnerstag, 7. November 2013

Die drei Säulen der Tinnitus-Therapie

Tinnitus kann viele Ursachen haben und sich im Laufe der Zeit durch die zentrale akustische Verarbeitung weiter verstärken. Hierdurch kommt es zu einem Eskalationsprozess, der für den Betroffenen nur schwer kontrollierbar ist und eine umfassende Therapie erfordert.

Grundsätzlich kann man dabei drei Therapiesäulen unterscheiden:

  1. Die ursächliche Behandlung

    Verschiedene Erkrankungen des Ohres, der Hörbahn oder des Zentralnervensystems, aber auch Blockaden oder Verspannungen im Kiefergelenksbereich, Blutdruckschwankungen oder Medikamente führen zu Tinnitus. Jeder Tinnitus erfordert daher eine HNO-fachärztliche und gegebenenfalls auch hausärztliche Abklärung. Wird eine Ursache für den Tinnitus gefunden, sollte diese möglichst intensiv behandelt werden. Da nicht immer eine einzelne Ursache ausgemacht werden kann, können hier auch verschiedene Behandlungsbausteine nötig sein.
  2. Die Entlastung des Ohres

    Das Innenohr ist ein typisches Stressorgan und reagiert empfindlich auf innere Anspannung und die häufig damit einhergehende äußere Verspannung. Bei jüngeren Patienten mit einem regelrechten Hörvermögen ist dies sogar die häufigste Ursache für Tinnitus. Dazu kommt, dass die Hörverarbeitung durch Stress negativ beeinflusst wird und eine Verstärkung der Ohrgeräusche sowie eine allgemeine Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) resultieren können. Eine Entlastung des Ohres durch innere und äußere Ent-Spannung ist daher ein wichtiger Therapiebaustein jeder Tinnitusbehandlung. Ein verbessertes Stressmanagement und die Vermeidung von Überlastungen (s.auch Blog-Artikel "Energiebilanz") gehören ebenso hierhin wie aktive Entspannungsübungen und Bewegung (s. auch Blog-Artikel "Richtig Bewegen").Bei starken Anspannungen hilft auch eine Akupunkturbehandlung dem Körper wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
  3. Die Beeinflussung der Hörverarbeitung

    Ob ein Tinnitus stört oder nicht, entscheidet sich nicht im Ohr, sondern im Kopf. Da die Hörverarbeitung normalerweise einen Tinnitus immer weiter verstärkt, so dass es zu einem Eskalationsprozess bis hin zur psychovegetativen Entgleisung kommen kann, muss sie gezielt so beeinflusst werden, dass sie lernt, den Tinnitus zu unterdrücken. Hierzu ist vor allem die Kenntnis der verschiedenen Eskalationsmechanismen und deren Beeinflussbarkeit erforderlich. Anschließend müssen die verschiedenen Therapiebausteinerichtig (akustische, vegetative, psychische) dann individuell so kombiniert werden, dass eine allmähliche Deeskalation einsetzt bis der Tinnitus nicht mehr stört oder im Idealfall garnicht mehr hörbar ist.

    Das Programm "Tinnitus - na und?!" umfasst alle Maßnahmen dieser dritten Säule und wird von der HNO-Gemeinschaftspraxis Dr.Walter/Dr.Sachse (http://www.hno-praxis-duisburg.de/tinnitus.htm) und vom HNOnet NRW (http://www.hnonet-nrw.de/fuer-patienten/tinnitus-na-und.html) angeboten. Der zugehörige Patientenvortrag ist auch als DVD erhältlich: http://www.tinnitus-na-und.de/dvd-bestellen

Mittwoch, 6. November 2013

Neue akustische Therapieverfahren bei Tinnitus



Die Veränderung der zentralen Hörverarbeitung ist der wichtigste Therapiebaustein beim chronischen Tinnitus ( so genannte akustische Neuromodulation). Das Gehirn lernt dabei allmählich den Tinnitus zu unterdrücken bis er leiser und weniger störend wird oder im Idealfall sogar ganz verschwindet. Die wichtigsten Verfahren im Einzelnen:

·       Noiser: Ein neutrales Rauschen vermischt sich mit dem Tinnitus, so dass ein neutrales Gesamtgeräusch entsteht, das von der Hörverarbeitung im Gegensatz zum Tinnitus unterdrückt wird. Kurzfristig wird der Tinnitus durch den Ablenkungseffekt leiser. Langfristig lernt die Hörverarbeitung, den Tinnitus auch mit immer weniger Noiser-Rauschen zu unterdrücken, so dass sich der Noiser im Laufe der Zeit selbst überflüssig macht.

·       Notched noise-Therapie: Dabei wird zunächst die Tinnitusfrequenz bestimmt und dann aus einem Noiserrauschen oder auch Musik herausgeschnitten. Die Nervenfasern, die den Tinnitus ständig übertragen und dadurch zu einer Verfestigung des Tinnitus im Kopf führen, werden hierdurch entlastet.  

·       Coordinates reset stimulation: Durch die Verstärkung von Frequenzen, die dem Tinnitus direkt benachbart sind, wird dieser kurzfristig unterdrückt und die neuronale Übertragung des Tinnitus langfristig gehemmt.

Da es sich bei allen Verfahren um Lernprozesse handelt, sollte die Therapie im Idealfall mehrere Stunden täglich und über einen längeren Zeitraum erfolgen.
Ende 2013 kommt erstmals eine akustische Tinnitustherapie unter dem Namen „mynoise“ auf den Markt, die alle drei Verfahren kombiniert und als MP3-Datei auf CD erhältlich sein wird. 

Die Klangdateien werden dabei invdividuell nach einer Frequenzanalyse des Tinnitus im Internet erstellt und können auf alle mobilen Abspielgeräte kopiert werden.  (www.mynoise.de).