Dieses Blog durchsuchen

Donnerstag, 7. November 2013

Die drei Säulen der Tinnitus-Therapie

Tinnitus kann viele Ursachen haben und sich im Laufe der Zeit durch die zentrale akustische Verarbeitung weiter verstärken. Hierdurch kommt es zu einem Eskalationsprozess, der für den Betroffenen nur schwer kontrollierbar ist und eine umfassende Therapie erfordert.

Grundsätzlich kann man dabei drei Therapiesäulen unterscheiden:

  1. Die ursächliche Behandlung

    Verschiedene Erkrankungen des Ohres, der Hörbahn oder des Zentralnervensystems, aber auch Blockaden oder Verspannungen im Kiefergelenksbereich, Blutdruckschwankungen oder Medikamente führen zu Tinnitus. Jeder Tinnitus erfordert daher eine HNO-fachärztliche und gegebenenfalls auch hausärztliche Abklärung. Wird eine Ursache für den Tinnitus gefunden, sollte diese möglichst intensiv behandelt werden. Da nicht immer eine einzelne Ursache ausgemacht werden kann, können hier auch verschiedene Behandlungsbausteine nötig sein.
  2. Die Entlastung des Ohres

    Das Innenohr ist ein typisches Stressorgan und reagiert empfindlich auf innere Anspannung und die häufig damit einhergehende äußere Verspannung. Bei jüngeren Patienten mit einem regelrechten Hörvermögen ist dies sogar die häufigste Ursache für Tinnitus. Dazu kommt, dass die Hörverarbeitung durch Stress negativ beeinflusst wird und eine Verstärkung der Ohrgeräusche sowie eine allgemeine Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) resultieren können. Eine Entlastung des Ohres durch innere und äußere Ent-Spannung ist daher ein wichtiger Therapiebaustein jeder Tinnitusbehandlung. Ein verbessertes Stressmanagement und die Vermeidung von Überlastungen (s.auch Blog-Artikel "Energiebilanz") gehören ebenso hierhin wie aktive Entspannungsübungen und Bewegung (s. auch Blog-Artikel "Richtig Bewegen").Bei starken Anspannungen hilft auch eine Akupunkturbehandlung dem Körper wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
  3. Die Beeinflussung der Hörverarbeitung

    Ob ein Tinnitus stört oder nicht, entscheidet sich nicht im Ohr, sondern im Kopf. Da die Hörverarbeitung normalerweise einen Tinnitus immer weiter verstärkt, so dass es zu einem Eskalationsprozess bis hin zur psychovegetativen Entgleisung kommen kann, muss sie gezielt so beeinflusst werden, dass sie lernt, den Tinnitus zu unterdrücken. Hierzu ist vor allem die Kenntnis der verschiedenen Eskalationsmechanismen und deren Beeinflussbarkeit erforderlich. Anschließend müssen die verschiedenen Therapiebausteinerichtig (akustische, vegetative, psychische) dann individuell so kombiniert werden, dass eine allmähliche Deeskalation einsetzt bis der Tinnitus nicht mehr stört oder im Idealfall garnicht mehr hörbar ist.

    Das Programm "Tinnitus - na und?!" umfasst alle Maßnahmen dieser dritten Säule und wird von der HNO-Gemeinschaftspraxis Dr.Walter/Dr.Sachse (http://www.hno-praxis-duisburg.de/tinnitus.htm) und vom HNOnet NRW (http://www.hnonet-nrw.de/fuer-patienten/tinnitus-na-und.html) angeboten. Der zugehörige Patientenvortrag ist auch als DVD erhältlich: http://www.tinnitus-na-und.de/dvd-bestellen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen