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Donnerstag, 29. Mai 2014

Neues vom Internationalen Tinnitusseminar in Berlin

Quelle: ITS 14
Vom 21. bis 24.Mai 2014 fand das XI. Internationale Tinnitusseminar in Berlin mit Fachleuten aus aller Welt statt. Neben Altbekanntem und mehr oder weniger Bewährtem in der Tinnitustherapie gab es auch ein paar neue Erkenntnisse und Trends zu entdecken. So rückt die zentrale Hörverarbeitung immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. In mehreren Vorträgen wurden die neurologischen, neuroendokrinologischen und  molekularbiologischen Grundlagen der Hörverarbeitung und des Tinnitusgeschehens beleuchtet, ohne dass sich hieraus allerdings bereits praktische Therapieansätze ergeben würden. Insbesondere medikamentöse Behandlungen des chronischen Tinnitus sind immer noch in weiter Ferne. Der Goldstandard bleibt damit die individuelle Kombination von entspannenden, psychologischen und akustischen Therapieverfahren nach ausführlicher Aufklärung des Patienten.

 Auch die wichtige Bedeutung der so genannten Neuroplastizität, also der Lernfähigkeit des Gehirns, für die Tinnitustherapie wurde in mehreren Vorträgen hervorgehoben. Hierauf basieren beispielsweise die akustischen Therapien des chronischen Tinnitus wie die notched noise-Technik oder die coordinates reset stimulation. Bei beiden Verfahren werden die Nervenzellen, die den Tinnitus übertragen, durch akustische Einwirkung "umprogrammiert" und der Tinnitus allmählich verlernt.

Susan Shore referierte über die enge Beziehung von Kiefergelenk und bestimmten Hörzentren, so dass hier ein Erklärungsmodell geliefert wurde, warum sehr häufig Kiefergelenksprobleme zum Tinnitus oder anderen otoneurologischen Störungen führen. Die Entspannung in diesem Bereich kann daher in vielen Fällen ein wichtiger Therapiebaustein sein und sollte grundsätzlich in Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden.


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