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Donnerstag, 10. Juli 2014

Diese Medikamente machen Tinnitus!

In jedem Beipackzettel findet man den Hinweis auf Nebenwirkungen und Tinnitus ist eine der am häufigsten genannten. Das liegt aber nicht an den Medikamenten, denn die können in den allermeisten Fällen garnicht zu einem Tinnitus führen, sondern einfach an der Häufigkeit des Symptoms. Denn egal ob durch das Medikament verursacht oder nicht: klagt ein Patient unter der Einnahme des Medikaments über einen neu aufgetretenen Tinnitus, muss es auf den Beipackzettel.

Aber es gibt auch ein paar häufig verabreichte Mittel, die tatsächlich Tinnitus verursachen können:

  • Acetylsalicylsäure (z.B.Aspirin)

    Hohe Dosen des Medikaments erzeugen regelmäßig Tinnitus. Niedrige oder vorübergehend gegebene Dosen, wie sie bei Kopfschmerzen oder zur Thromboseprophylaxe gegeben werden, dagegen selten. Da im Einzelfall Überempfindlichkeiten nicht auszuschließen sind, sollte aber auf jeden Fall der HNO-Arzt befragt werden, wenn es unter der Gabe von Aspirin zu einem Tinnitus kommt.
 
  • Aminoglykoside (z.B.Genatmycin)

    Die als Antibiotika in Tropfen- oder Tablettenform erhältichen Medikamente schädigen direkt die Sinneszellen im Innenohr und wurden früher gezielt zur Ausschaltung des Innenohres bei der Meniere´schen Krankheit eingesetzt. Da sie in vielen Ohrentropfen enthalten sind, können sie aber auch bei einem Trommelfelldefekt zu Schwerhörigkeit, Schwindel und Tinnitus führen. Vorsicht ist also in jedem Fall geboten

  • Diuretika (z.B. Furosemid)

    Die vor allem in der Blutdrucktherapie eingesetzten Entwässerungsmittel schädigen erst in hoher Dosierung das Innenohr. Vorsicht ist trotzdem angesagt, da es ähnlich wie bei Acetylsalicylsäure individuelle Unterschiede der Empfindlichkeit geben kann.

  • Platinhaltige Cytostatika (z.B. Cisplatin)

    Sie werden in der Chemotherapie bei bösartigen Erkrankungen angewendet und verursachen schon in den gebräuchlichen Dosierungen Innenohrschäden, so dass eine Überprüfung des Hörvermögens vor und nach Behandlung empfohlen wird. Auch Tinnitus kann in diesem Zusammenhang auftreten uns sollte zu einer Überprüfung des Therapieschemas führen, da die Schäden irreversibel sind.


1 Kommentar:

  1. Als Entstehungsmechanismus eines Tinnitus werden vor allem Durchblutungsstörungen im Innenohr verantwortlich gemacht; eventuell liegt auch eine ungünstige Signalverarbeitung im Gehirn zugrunde. Viele Ursachen lassen sich beheben oder gut behandeln. Häufiger werden jedoch gar keine direkten Auslöser gefunden. In beiden Fällen kann das Ohrgeräusch wieder völlig abklingen – spontan oder mit Hilfe einer Therapie.

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