Dieses Blog durchsuchen

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Den Tinnitus akustisch unterdrücken

Bei einem tonalen Tinnitus, der nur einen bestimmten Frequenzbereich umfasst, lässt sich durch eine akustische Therapie dieser Frequenzbereich und damit auch der Tinnitus unterdrücken. Und das funktioniert so:

Der Tinnitus lässt sich als Frequenzband mit einer bestimmten Lautstärke darstellen. Solange der Tinnitus "alleine", also ohne andere Geräusche ist, wird er auf neuraler Ebene im Rahmen der Hörverarbeitung immer weiter verstärkt.
Dadurch kommt es unbehandelt zu einer Eskalation und Fixierung des Tinnitus analog einem Schmerzgedächtnis bei chronischen Schmerzen.


Fügt man ein neutrales Rauschen hinzu, wird der Tinnitus teilweise maskiert und von der Hörverarbeitung nicht mehr verstärkt, sondern unterdrückt (Noiser-Effekt). Bei längerer, regelmäßiger Anwendung lernt die Hörverarbeitung, auch den Tinnitus selbst zu unterdrücken (Habituation).
Dieses Prinzip findet in der klassischen Tinnitus-Retraining-Therapie Anwendung.



Schneidet man aus diesem Rauschen den Bereich der Tinnitusfrequenz aus und verstärkt die Nachbarfrequenzen kommt es zu einer zusätzlichen Unterdrückung des Tinnitus auf neuronaler Ebene (laterale Hemmung). Bei regelmäßiger Anwendung wird der Tinnitus hierdurch immer leiser. Beide Prinzipien werden bei der mynoise-Tinnitustherapie kombiniert.