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Donnerstag, 14. Mai 2015

Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis)


Unter einer Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) leiden ca. 1 Millionen Menschen alleine in Deutschland. Sie macht sich bemerkbar durch eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber normalen Alltagsgeräuschen und kann unbehandelt zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Ursächlich ist eine Fehlfunktion der zentralen Hörverarbeitung, die die Aufgabe hat, unwichtig Geräusche zu unterdrücken und wichtige zu verstärken. Eine ständige akustische Überlastung, dauerhafter Stress oder eine unbehandelte Schwerhörigkeit können jedoch dazu führen, dass diese Filterfunktion verloren geht und alle Geräusche, also auch die Störgeräusche, verstärkt werden.Da die Geräuschüberempfindlichkeit selbst auch wieder einen Stressfaktor darstellt, entwickelt sich häufig ein Teufelskreis.

Da es sich hierbei um eine rein funktionelle Störung und nicht um eine organische Schädigung des Hörvermögens handelt, lässt sich das Problem durch ein geeignetes Hörtraining wieder beseitigen: Man hört täglich etwa 30 Minuten am Tag angenehme Musik, die keinen Stress verursacht und stellt diese etwas lauter, Hierdurch lernt die Hörverarbeitung, unwichtige Geräusche wieder zu unterdrücken. Nach 6-8 Wochen ist die Geräuschüberempfindlichkeit in der Regel verschwunden. 

Umgekehrt führt ein vermehrter Schutz vor Geräuschen durch Ohrenstöpsel zu einer Eskalation der Beschwerden und sollte in jedem Fall vermieden werden!