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Mittwoch, 22. Juli 2015

Tinnitus und Versorgungsamt

Menschen sind behindert, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen am gesellschaftlichen Leben dauerhaft nur beeinträchtigt teilhaben können. Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 haben Sie Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis

Mit dem Schwerbehindertenausweis können unter anderem folgende Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen:
  • Steuervergünstigungen
  • Kündigungsschutz für Arbeitnehmer
  • Zusatzurlaub für Arbeitnehmer
  • Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln
  Da sich die Grade der Behinderung verschiedener Erkrankungen addieren, sollten alle neu aufgetretenen oder Verschlimmerungen bestehender  Beeinträchtigungen beim zuständigen Versorgungsamt gemeldet werden. Hierzu gehört auch ein Tinnitus mit oder ohne Hörstörung.


Schon 1988 stellte das damalige Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung fest, dass dabei nicht nur der Tinnitus selbst zu bewerten sei, sondern auch dessen Auswirkungen wie Stress, psychische Destabilisierung, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie muskuläre Verspannungen. Nach dem Schwerbehindertenrecht gelten dabei folgende Richtlinien für die Bestimmung des Behinderungsgrades(GdB):

  • Tinnitus ohne nennenswerte psychische Begleiterscheinungen: 0-10%
  • Tinnitus mit erheblichen psychovegetativen Begleiterscheinungen: 20%
  • Tinnitus mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit, z.B. ausgeprägte depressive Störungen: 30-40%
  • Tinnitus mit schweren psychischen Störungen und sozialen Anpassungsschwierigkeiten: mindestens 50%

Da die Höhe des Behinderungsgrades  überwiegend von psychischen Folgeerscheinungen abhängt, ist es dabei wichtig, diese auch belegen zu können, z.B. durch längere psychologische Behandlungen, eine fortlaufende medikamentöse Therapie oder entsprechende stationäre Aufenthalte. Eine Bescheinigung vom HNO-Arzt über psychische Folgeerkrankungen reicht regelmäßig nicht aus.
Sollte der Tinnitus bisher also noch nicht berücksichtigt worden sein, sollte ein Verschlimmerungsantrag gestellt und sowohl der HNO-Arzt als auch ggf. ein Psychologe angegeben werden.

Wie ein chronischer Tinnitus auch noch nach Jahren erfolgreich behandelt werden kann, erfahren Sie im kostenlosen e-book auf www.mynoise.de

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