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Donnerstag, 26. November 2015

Wie man trotz Tinnitus entspannt - der Tinnitusreport 2015

Eine online-Umfrage bei 116 Patienten mit chronischem Tinnitus brachte teilweise überraschende Ergebnisse. So informieren sich inzwischen mehr Patienten über das Internet über ihre Erkrankung als beim HNO-Arzt. Mit großem Abstand folgen die Ratgeberliteratur und der Hausarzt und am schlechtesten schneiden die Kliniken ab, denen scheinbar nicht viel Kompetenz bei der Behandlung eines chronischen Tinnitus zugetraut wird.

Für die Betroffenen vor allem interessant ist aber die Frage nach den besten Entspannungsmethoden. Hier stehen keinesfalls die Favoriten wie Yoga und autogenes Training auf den vorderen Plätzen. Sie landen vielmehr abgeschlagen auf einem enttäuschenden fünften und damit vorletzten Platz. Nur das Lesen schneidet hier noch schlechter ab. Das Rennen machen ganz eindeutig akustische Ablenkungen, allen voran Naturgeräusche, knapp gefolgt von Musik.

Erklärlich ist dies natürlich mit der Neutralisierung des Tinnitus, der vermischt mit anderen Geräuschen wesentlich weniger nervt. Außerdem beruhigen gerade Naturgeräusche sehr schön das vegetative Nervensystem und wirken als eine Art natürlicher Noiser.

Aber auch die Bewegung schneidet mit einem dritten Platz nicht schlecht ab, baut man hiermit doch Spannungen und Stress auf ganz natürliche Art ab und kommt so auf dem Umweg über die körperliche Belastung zur Ruhe.

Bedenkt man die Rolle, die Verspannungen des Kiefergelenks und des Schulter-Nacken-Bereiches häufig bei der Entstehung oder Verschlimmerung eines Tinnitus spielen, kann die wichtige Rolle von Bewegung, und hier vor allem Bewegung der unteren Körperhälfte, gut nachvollzogen werden.

Fragt man weiter, welche Naturgeräusche am entspannendsten sind, fahren die Wassergeräusche Meeresrauschen, Regengeräusche und Bachplätschern einen Dreifach-Sieg ein. Ganz eindeutig bevorzugen Tinnitus-Patienten diese breitfrequenten und gleichzeitig monoton beruhigenden Geräusche, die schon aus akustischen Gründen sehr gut geeignet sind, den eigenen Tinnitus im wahrsten Sinne des Wortes darin zu ertränken.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gibt es übrigens schon immer eine sehr enge Beziehung zwischen Wasser und Ohr. Beides gehört zur Nierenenergie und die jetzt durchgeführte Umfrage scheint den schon vor 4000 Jahren postulierten Zusammenhang ganz aktuell wieder einmal zu bestätigen. In der TCM wird eine bestimmte Art von Tinnitus auch mit einem Mangel an Nierenenergie erklärt. Und die Nierenenergie kann man unter anderem mit Wassergeräuschen unterstützen.

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass der online-Bereich bei der Beratung von Patienten mit chronischen Erkrankungen immer wichtiger wird und die Rolle klassischer und politisch vorrangig geförderter Institutionen wie Hausarzt oder Klinik nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Problematisch dabei sind die sehr großen qualitativen Unterschiede der Beratungsangebote. Hier ist es häufig für den Betroffenen schwierig, zwischen seriösen und unseriösen Seiten zu unterscheiden.

Bei der Behandlung eines chronischen Tinnitus bestätigt sich die Erfahrung, dass akustische Threapieverfahren und Bewegung am besten geeignet sind, eine Entspannung herbeizuführen. Etwas paradox formuliert gilt also:

Entspannung durch Bewegung

Ruhe durch Geräusche


Autor: Dr.Uso Walter

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