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Donnerstag, 10. Dezember 2015

Stress und Tinnitus: Aktuelles vom Tinnitussymposium in Berlin

Am 05.Dezember war es wieder so weit: Schon zum 17.Mal fand das traditionelle Tinnitussymposium der Charité in Berlin statt. Nationale und internationale Experten berichteten in hochkarätigen Vorträgen über die neuesten Forschungsergebnisse zum Thema Tinnitus und stellten sich den Fragen aus dem Publikum.

Frau Prof. Mazurek eröffnet das 17.Tinnitussymposium

Dabei ging es immer wieder um die Frage, welche therapeutischen Ansätze erfolgversprechend sind und wie man dies in Studien auch zeigen kann. Gleich im ersten Vortrag ging Prof.van Dijk aus Rotterdam auf die wichtige Rolle der zentralen Hörverarbeitung ein und erklärte das Phänomen Tinnitus mit einer erhöhten oder zu synchronen Aktivität von Nervenzellen, z.B. auch als Folge eines Hörverlustes. Gleichzeitig hob er die Rolle von Stress als Hauptverstärker des Tinnitus hervor.

Prof. van Dijk erläutert die Ergebisse seiner Studien

Prof. McKenna aus London erklärte die häufige Eskalation und Hierdurch bedingten, starken Leidensdruck beim chronischen Tinnitus aus psychologischer Sicht. So führe die bewusste Wahrnehmung und negative Bewertung des Tinnitus zu Stressreaktionen, die wiederum die negativen Gedanken verstärken würden. Weiter verschlechtert würde die Situation häufig durch vorgefertigte, negative Meinungen, die im Sinne eines Vorurteils die Heilung verzögern oder unmöglich machen würden. Eine Verhaltenstherapie, die bei diesem "catastrophic thinking" ansetzt und die Denkmuster durchbricht, könnte daher in vielen Fällen zu einer Besserung führen.

Der Eingang zum Sitzungssaal im Kaserin-Friedrich-Haus

Auch die Gastgeberin Frau Prof.Mazurek berichtete über Stress als Ursache für Tinnitus und erklärte dies auf zellulärer Ebene mit Veränderungen der Mitochondrien, die für die Energiegewinnung der Zelle eine wichtige Rolle spielen. Stress behindert demnach eine reguläre Funktion der Mitochondrien in den Haarzellen im Innenohr und führt zu einem schnelleren Absterben der Sinneszellen. Hier spielen auch genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Zellschützend würden Vitamin B12, Co-Enzym Q10 und Magnesium wirken, weshalb sie auch eine positive Wirkung bei Tinnitus beobachtet hätte, ohne dass es hierzu allerdings bisher belastbare Studien gäbe.

Als Resumee der Veranstaltung konnten die knapp 200 Gäste mitnehmen, dass die wichtigsten Therapieansätze beim chronischen Tinnitus in einer Hörverbesserung, einer Stressreduktion und einer Verhaltenstherapie bestehen.

Weitere Informationen zum Thema Therapie des chronischen Tinnitus finden Sie auch hier: http://www.mynoise.de/ebook-webinare/ebook.html

Autor: Dr.Uso Walter

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