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Dienstag, 19. Juli 2016

Tinnitus-Begutachtung

Tinnitus ist zunächst einmal "nur" ein Symptom, kann aber für den Betroffenen eine erhebliche Einschränkung seier Lebensqualität und seines Gesundheitszustandes zur Folge haben. Versicherungen tun sich nach wie vor schwer damit, dies auch anzuerkennen. Dazu kommt, dass die Bewertung eines Tinnitus im Rahmen einer Begutachtung je nach Versicherungsart stark voneinander abweichen. In der Tinnitus-Sprechstunde erklärt Dr.Uso Walter die Bemessungsgrundlagen:


Hier eine kurze Zusammenfassung:

Private Unfallversicherung: Tinnitus muss organisch bedingt sein und wird in Abhängigkeit von der Höhe des Hörschadens bewertet. Angegeben wird die Invalidität (zwischen 0% bei Normalhörigkeit und 66% bei beidseitiger Taubheit).

Berufsgenossenschaften: Bewertung erfolgt in Abhängigkeit von der Beeinträchtigung des Versicherten. Angegeben wird die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE zwischen 5% bei einem kompensierten und 50% bei einem dekompensierten Tinnitus mit schweren psychischen Beeinträchtigungen)

Rentenversicherung/Versorgungsamt: Hier richtet sich die Bewertung nach der Versorgungsmedizinischen Verordnung (hier ab Seite 52 einzusehen: http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/k710-versorgundsmed-verordnung.pdf?__blob=publicationFile) und reicht von einem Grad der Behinderung (GdB) von 0% bei einem Tinnitus ohne nennenswerte Beeinträchtigung bis zu 50% bei einer schweren psychischen Beeinträchtigung.

Grundsätzlich müssen die psychischen Beeinträchtigungen von einem Neurologen oder Psychiater begutachtet werden, während die Ursache des Tinnitus, also die organische Grundlage, vom HNO-Arzt benantwortet werden muss. Hierzu zählt auch die so genannte Zusammenhangsfrage, also die Frage, ob ein Tinnitus auf einen Unfall oder auf eine berufliche Lärmeinwirkung zurückzuführen ist oder sich unabhänig hiervon entwickelt hat.

Autor: Dr.Uso Walter




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