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Samstag, 30. Dezember 2017

Geht Tinnitus wieder weg?


Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom und beruht auf einer Verarbeitungsstörung im Gehirn, die durch Stress, Kiefergelenksprobleme oder Hörverluste verursacht wird. Hierdurch werden Ohrgeräusche als Rauschen, Piepsen oder Pfeifen hörbar, die normalerweise von der Hörverarbeitung herausgefiltert werden. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Das Gehirn kann lernen, den Tinnitus wieder vollständig zu unterdrücken. 



Ursachen und Symptome von Tinnitus

Doch der Reihe nach: Die Sinneszellen im Innenohr gehen von Geburt an nach und nach kaputt. Dies führt zu irregulären Erregungen im Bereich der Hörbahn, die aber im weiteren Verlauf von der Hörverarbeitung aber herausgefiltert werden. Deren Aufgabe ist nämlich, nur wichtige Geräusche zu verstärken und unwichtige Geräusche zu unterdrücken. Da der Verschleißprozess im Innenohr ganz allmählich stattfindet, erkennt die Hörverarbeitung, dass diese Geräusche unwichtig sind und unterdrückt sie folgerichtig. Bei Stress, Kiefergelenksverspannungen oder akuten Hörverlusten ändert sich das aber, und diese unter Umständen schon sehr lange bestehenden Signale werden plötzlich bewusst als Tinnitus wahrgenommen.
Da der Tinnitus selbst dann auch wieder Stress macht, entsteht häufig ein Teufelskreis aus Tinnitus und Stress, der für die Betroffenen nur schwer zu kontrollieren ist, so dass der Tinnitus im Laufe der Wochen immer lauter und nerviger werden kann und die Patienten nicht selten auch psychische Probleme entwickeln. Auch die ständige Beobachtung der Ohrgeräusche und der Versuch, mit nicht geeigneten Behandlungen gegen den Tinnitus anzukämpfen führen zu einer Verschlechterung, da der Tinnitus umso lauter wird, je wichtiger man ihn nimmt. 


Erfolgreiche Therapie von Tinnitus


Das Problem bei Ohrgeräuschen ist also nicht so sehr das Geräusch selber, sondern vor allem seine Verarbeitung im Kopf. Die Therapie richtet sich entsprechend auch nur bei einem akuten Tinnitus auf das Ohr, bei einem chronischen Geräusch dagegen vor allem auf das Gehirn. Durch die individuelle Kombination verschiedener Therapieverfahren kann nämlich hier die Hörverarbeitung selbst nach vielen Monaten noch lernen, die Ohrgeräusche vollständig zu unterdrücken.Dabei spielt weder die Ursache noch der Charakter der Geräusche eine Rolle, sondern alleine deren Verarbeitung im Gehirn.


Eine erfolgreiche Behandlung von Ohrgeräuschen besteht aus drei Komponenten:


1.   Akustische Maßnahmen, zu denen neben akustischer Ablenkung, z.B. mithilfe eines Noisers, auch ein Hörtraining bei Hyperakusis und gegebenenfalls eine Hörverbesserung mit Hörgeräten bei einer Schwerhörigkeit zählen


2.   Entspannungsmaßnahmen und Stressreduktion, bei Kiefergelenksproblemen gegebenfalls Physiotherapie und eine Beißscheine

3.   Eine kognitive Verhaltenstherapie, da nur bei einer veränderten Einstellung gegenüber dem Tinnitus die Hörverarbeitung lernt, dass das Rauschen, Pfeifen oder Piepsen unwichtig ist und daher unterdrückt werden kann 


Systematisch umgesetzt führt eine solche Behandlung schon nach wenigen Wochen bei den Betroffenen zu einer Besserung der Ohrgeräusche. Die Patienten hören ihn immer weniger und leiden vor allem nicht mehr unter ihm. Im Idealfall geht er sogar wieder ganz weg.


Was tun bei Tinnitus?


Treten Ohrgeräusche akut auf, ist der erste Gang immer zum HNO-Arzt. Hier können in der akuten Phase Medikamente helfen, so dass die Ohrgeräusche wieder verschwinden. Vor allem die ausschleichende Gabe von Cortison zeigt in Studien eine nachweisbare Wirkung. Von Anfang an sollte man sich aber auch akustisch ablenken, entspannen und im wahrsten Sinne Ruhe bewahren, auch wenn das Ohrensausen und ständige Klingeln zwischendurch nervt. 


Bleiben die Ohrgeräusche länger als ein paar Wochen, sollte die oben genannte strukturierte Therapie begonnen werden und es müssen weitere Untersuchungen, z.B. des Hörnerven durchgeführt werden, um seltene Tinnitus-Ursachen auszuschließen. Gute Therapeuten für Tinnitus sind allerdings nicht leicht zu finden, da viele HNO-Ärzte den zeitlichen Aufwand scheuen, den eine solche Tinnitus-Therapie erfordert und nur die wenigsten Psychologen kognitive Verhaltenstherapien anbieten. Auch Reha-Plätze sind oft nur schwierig zu bekommen.



Einen kleinen Lichtschimmer gibt es aber: 2018 kommt die Tinnitus-App Kalmeda auf den Markt, die alle wichtigen Bausteine für eine erfolgreiche Tinnitus-Behandlung individuell in einem mehrmonatigen Behandlungsprogramm kombiniert und den Patienten interaktiv auf seinem Weg zur Bewältigung des Tinnitus begleitet. Nähere Infos hierzu gibt es unter www.kalmeda.de


Autor: Dr.Uso Walter

Dienstag, 5. Dezember 2017

Neues vom 19.Tinnitus-Symposium in Berlin

Das Tinnitus-Symposium

Der alte Hörsaal bot einen passenden Rahmen für die Veranstaltung
Am 02.Dezember fand bereits zum 19. Mal das internationale Tinnitus-Symposium der Charité in Berlin statt. Im altehrwürdigen Kaiserin-Friedrich-Haus am Robert-Koch-Platz trafen sich hochkarätige Experten zum Austausch und berichteten über aktuelle Forschungsergebnisse. Gewohnt souverän führte die Leiterin der Tinnitusambulanz, Frau Prof.Mazurek, durch das kurzweilige und spannende Programm.

Neben neuen Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung kamen auch praktische Ansätze im Bereich der Tinnitustherapie zur Sprache und die Industrieausstellung bot den Zuhörern zusätzliche Anregungen in ihrem täglichen Bemühen um die optimale Behandlung ihrer Patienten. So präsentierte mynoise erstmalig den Prototypen der neuen Tinnitus-App Kalmeda (www.kalmeda.de), die Betroffenen eine individuelle Tinnitusbehandlung inklusive Verhaltenstherapie als mobile App bietet.

Die wichtigsten Tinnitus-Vorträge in Kürze:

  • Prof. Canlon aus Stockholm berichtete in ihrem Vortrag "Circadian rhythms of the ear", dass auch das Innenohr einem Tag-Nacht-Rhythmus unterliegt und die Empfindlichkeit gegenüber einem Lärmtrauma im Tierversuch nachts deutlich größer ist als tagsüber. Auch die Wirkung von Cortison und die Fähigkeit zur Erholung sind an die Tageszeit gebunden.
  • Dr. López Escaméz aus Granada zeigte an epidemiologischen Daten, dass das Risiko, an einem Tinnitus zu erkranken, auch von genetischen Faktoren abzuhängen scheint und in Nordeuropa und den USA am größten ist. Genaue Erkenntnisse, welche genetischen Merkmale für dieses Risiko ausschlaggebend sind, lägen aber nocht nicht vor.
  • Prof. Rose aus Berlin regte an, Tinnitus nicht länger als ein zu beseitigendes Symptom zu betrachten, sondern als Teil einer Systemerkrankung. Ähnlich wie beim Fieber deute das Symptom Tinnitus auf eine komplexere Funktionsstörung hin, die in ihrer Gesamtheit einschließlich ihrer Ursachen und begünstigenden Risikofaktoren gesehen und behandelt werden müsste. Gerade beim Tinnitus sei die Konzentration auf das Symptom selbst kontraproduktiv.
  • In ihrem Vortrag "Periphere und zentrale Ursachen der Tinnitusentstehung" ging Frau Prof. Mazurek noch einmal auf die komplexen Vorgänge im Bereich der Hörverarbeitung ein, die letzlich zur Wahrnehmung eines Tinnitus führen. Dabei spielten immer mehrere Hirnregionen eine Rolle und vor allem auch deren enge Verknüpfung mit vegetativen und limbischen Bereichen, die für Stressreaktionen und die (negative) emotionale Bewertung des Tinnitus und damit letzlich auch für die häufige Eskalation der Ohrgeräusche verantwortlich seien. 
  • Die Leiterin der HNO-Abteilung der Charité, Frau Prof. Olze, ging auf die Bedeutung einer Cochlea Impant-Versorgung bei hochgradiger Schwerhörigkeit und Taubheit im Rahmen der Tinnitustherapie ein und betonte, dass alleine durch die Hörverbesserung eine Reduktion der Tinnitussymptome möglich sei. 
  • Prof. Meier aus Zürich stellte in seinem Vortrag den Zusammenhang von Alter und "kognitivem Hören" heraus. Dabei handelt es sich um die Fahigkeit, Sprache richtig zu verarbeiten. In seinen Studien stellte sich heraus, dass selbst bei einem guten Hörtest die Fähigkeit zur differenzierten Sprachverarbeitung im Alter nachläst, was sowohl auf der Reduktion von Sinneszellen im Innenohr als auch auf neurologischen Alterungsprozessen beruhen kann.

Die Essenz: Was ist Tinnitus und wie lässt er sich behandeln?

Als Essenz lässt sich festhalten, dass es sich beim chronischen Tinnitus um eine komplexe Funktionsstöurng zwischen Hörverarbeitung einerseits und vegetativem und limbischen Nervensystem andererseits handelt, die sich durch hörverbessernde Maßnahmen, Entspannungsverfahren sowie vor allem durch eine kognitive Verhaltenstherapie bessern lässt.


Autor: Dr. Uso Walter


Sonntag, 17. September 2017

Tinnitus - alles eine Frage der Nackenmuskulatur?

Neue Erkenntnisse in der Tinnitusforschung?

Vor allem Kiefergelenksverspannungen
verursachen Tinnitus
In seiner neuesten Ausgabe berichtet der Stern von einem Orthopäden, der zwei Muskeln identifiziert hat, die bei Verspannung Tinnitus auslösen (http://www.stern.de/gesundheit/tinnitus-therapie--alles-eine-frage-der-nackenmuskulatur--7620856.html). Was hier als neue Erkenntnis präsentiert wird, ist allerdings seit langem bekannt: Verspannungen der Nacken-, vor allem aber der Kiefermuskulatur können bei Fehlfunktionen und Verspannungen Tinnitus auslösen oder verstärken. Bei jüngeren, hörgesunden Patienten ist dies sogar die häufigste Ursache für Tinnitus.

Die neue Erkenntnis ist also eine alte und es sind auch nicht nur die beiden isolierten Muskeln mit den uanaussprechlichem Namen, die den Tinnitus auslösen, sondern immer Muskelgruppen. 


Wie kommt es zu Tinnitus durch Verspannungen?

Wie kommt es aber zu diesen Verspannungen? Und hier kommt wieder der Stress ins Spiel. Denn die Muskeln im Kopfbereich sind in der Regel nicht wegen muskulärer Überlastung angespannt, sondern durch die Ausschüttung von Stresshormonen. Aus evolutionären Gründen baut der Körper nämlich in Stresssituationen Muskelspannung auf, um besser kämpfen oder fliehen zu können ("Fight or flight"). Baut man diese Verspannungen durch natürliche Bewegung nicht mehr ab, kommt es zu einer dauerhaften Verkürzung der Muskulatur mit Druck auf die Gelenke, Zähne und Bandscheiben.

Durch die zentrale Verknüpfung der zugehörigen Nervenfasern mit der Hörverarbeitung kann es dann zu einer veränderten Verarbeitung von akustischen Signalen mit der Folge von Tinnitus und Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) kommen.


Was tun gegen die Verspannungen?

Eigentlich ist es ja ganz logisch: Bei Anpannung hilft Entspannung! Das ist aber nicht immer so einfach wie es klingt. Hier ein paar Tipps:

  1. Loslassen: Bewusstes Dehnen und Lockern der Muskulatur verhindert dauerhafte Verspannungen. Am besten mehrfach täglich ein bis zwei Minuten!
  2. Pausen machen: Ununterbrochene Arbeit führt zu langsam wachsender Anspannung und damit auch zu Verspannungen. Kurze Pausen helfen, dass die Spannung immer wieder zwischendurch nachlässt und sich so nicht ganz so hoch aufbauen kann.
  3. Bewegen: Die beste Art, Verspannungen auf natürliche Weise wieder abzubauen, ist Bewegung. Dabei gilt: Oben (Kopf-, HWS- und Schulterbereich) loslassen und unten (Beine, LWS) Gas geben! Walken, Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen sind hier besonders gut geeignet.
  4. Knirscher-Schiene: Bei starker Verspannung des Kiefergelenkes, ist eine zahn- oder kieferorthopädische Abklärung und ggf. die Anpassung einer Schiene oder die Verordnung von spezieller Krankengymnastik sinnvoll.
  5. Akupunktur: Sowohl mit der Ohr-, als auch mit der klassisch chinesischen Akupunktur lassen sich innere Anspannungen und muskuläre Verspannungen lösen. Gerade in der Anfangsphase einer Tinnitusbehandlung kann das sinnvoll sein, da die Akupunktur schnell wirkt und die anderen Maßnahmen in der Regel erst mittelfristig greifen. 

Noch mehr Tipps gibt es im Youtube-Video https://www.youtube.com/watch?v=l0Ra_Ob3w2g und im konstenlosen E-Book unter http://www.mynoise.de/de/ebook-webinare/ebook.html

Autor: Dr.Uso Walter

Sonntag, 6. August 2017

"Baby Driver" und der Tinnitus

Im neuen Film "Baby Driver", einem Action-Thriller von Edgar Wright, versucht der Held, seinen Tinnitus durch ständiges Hören von Musik zu übertönen, um so das lästige Piepsen loszuwerden. Aber macht das medizinisch gesehen Sinn?

Die Antwort ist ein klares Nein! Denn laute Musik verdeckt den Tinnitus zwar kurzfristig, verschlechtert ihn aber langfristig: Das liegt daran, dass jedes Mal nach dem Musikhören ein Demaskierungseffekt auftritt, d.h. die Hörverarbeitung entdeckt den Tinnitus immer wieder neu und verstärkt ihn entsrechend ihrer Aufgabe, potenziell bedrohliche oder krankhafte Geräsuche bewusst zu machen.

Dennoch gehören auch Geräusche zur Tinnitusbehandlung, um den Stressfaktor Tinnitus zu reduzieren und den Teufelskreis aus Tinnitus und Stress zu durchbrechen. Diese Geräusche sollten allerdings leiser als der Tinnitus sein und möglichst angenehm oder neutral, damit die Hörverarbeitung sie unterdrückt und die zusätzlichen Geräusche nicht selbsst zum Stressfaktor werden. Das können Naturgeräusche sein oder ein einfaches Rauschen, wie es beim Noiser eingesetzt wird.

Im Falle von "Baby Driver" wäre im übrigen weniger eine akustische Behandlung sinnvoll als vielmehr eine Reduzierung von Stress, der wie ein Lautstärkeknopf den Tinnitus verstärkt. Denn was er in dem rasanten Film alles erlebt, hätte wohl bei den meisten noch ganz andere Beschwerden als einen Tinnitus ausgelöst.



Dienstag, 4. Juli 2017

Wie entsteht ein Tinnitus?


Von Geburt an sterben im Innenohr Sinneszellen ab und wachsen auch nicht mehr nach. Diese kaputten Sinneszellen bleiben aber am Hörnerven angeschlossen und die hiermit verbundenen elektrischen Aktivitäten im Gehirn können grundsätzlich als Tinnitus wahrgenommen werden. 

Die Hörverarbeitung hat die Aufgabe, wichtige Geräusche zu verstärken und unwichtige Geräusche zu unterdrücken. Irreguläre Erregungen durch kaputte Sinneszellen, die langsam im Laufe des Lebens entstehen, werden meistens als unwichtig erkannt und daher nicht als Tinnitus wahrgenommen. Plötzliche Hörschäden z.B. nach Lärm oder bei einem Hörsturz führen dagegen zu einem sofort wahrnehmbaren Tinnitus.

Da es in Gefahrensituationen wichtig ist, möglichst viele Informationen zu bekommen, wird bei einer Aktivierung des vegetativen Nervensystems durch Stress die Filterfunktion der Hörverarbeitung aufgehoben. Stress führt also ebenfalls zu einem Tinnitus. Da der Tinnitus dann häufig selber wieder Stress macht, entsteht ein echter Teufelskreis.

Aber auch die subjektive Bewertung von Geräuschen spielt eine wichtigen Rolle. Für je wichtiger man ein Geräusch hält, desto mehr verstärkt die Hörverarbeitung dieses Geräusch. Beschäftigt man sich viel mit seinem Tinnitus, führt das zwangsläufig zu einer Verstärkung. 

Mittwoch, 24. Mai 2017

Checkliste Tinnitus

Tinnitus erfordert ein individuelles, ganzheitliches Therapiekonzept, das auf verschiedenen Ebenen dabei hilft, den Tinnitus zu bewältigen. Je besser die verschiedenen Therapiebausteine dabei ineinandergreifen und je vollständiger sie umgesetzt werden, desto schneller und nachhaltiger bekommt man seinen Tinnitus in den Griff. Die nachfolgende Checkliste hilft dabei, nicht zu vergessen und auch immer mal wieder zwischendurch zu kontrollieren, ob alle Weichen richtig gestellt sind:

  • HNO-Arzt: hier sollte vor allem ganz am Anfang nach einer Ursache für den Tinnitus gesucht werden, damit ggf. eine ursächliche Therapie eingeleitet werden kann.
  • Liegt eine Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) vor, sollte ein Hörtraining gemacht werden, da die Hörverarbeitung erst einmal lernen muss, alltägliche Störgeräusche zu unterdrücken, bevor sie den Tinnitus unterdrücken kann. 
  • Bei einer Hörminderung sollte unbedingt eine Hörverbesserung angestrebt werden, da sonst die Hörverarbeitung ihrer Filterfunktion nicht gerecht werden kann. 
  • Bei einem tonalen Tinnitus, der seine Frequenz nicht oder nur unwesentlich verändert, kann eine akustische Tinnitustherapie helfen (notched-noise-Therapie: www.mynoise.de)
  • Vor allem zu Beginn der Behandlung verhindern ständige neutrale Hintergrundgeräusche eine Fixierung auf den Tinnitus und damit eine Eskalation.
  • Stressreduzierende Maßnahmen helfen den Teufelskreis aus Tinnitus und Stress zu durchbrechen. Hierzu zählen z.B Bewegung, Entspannungstechniken oder Akupunktur. 
  • Muskuläre Verspannungen im Bereich der Kiefergelenke und des Schulter-Nacken-Bereiches sollten abgebaut werden. Hierzu dienen z.B. Beißschienen beim Zähnepressen oder -knirschen, krankengymnastische Maßnahmen (kann der Zahnartz verschreiben) und Akupunktur.
  • Die Einstellung gegenüber dem Tinnitus entscheidet langfristig am meisten über den Erfolg der Behandlung: Je wichtiger man den Tinnitus nimmt, desto lauter wird er. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen können hier zu einer positiven Veränderung führen. 

Und jetzt sind Sie dran! Infos zu allen einzelnen Punkten gibt es auch in der Youtube-Tinnitussprechstunde von Dr.Walter (http://www.mynoise.de/de/ebook-webinare/online-tinnitus-sprechstunde.html) und auch zur Checkliste selbst gibt es ein kleines Video:


Mittwoch, 19. April 2017

Notched Noise Therapie mit mynoise oder tinnitracks?

Die Notched Noise Therapie beim tonalen Tinnitus, also einem Tinnitus, der seine Frequenz nicht oder nur unwesentlich ändert, ist in aller Munde und während die HNO-Fachverbände mit einer Beurteilung noch zögerlich sind, erstatten erste Krankenkassen bereits das Verfahren.

Aber welche Notched Noise Therapie ist die Richtige? Dabei fällt eine erste Auswahl nicht schwer, denn nur zwei der auf dem Markt befindlichen Notched Noise Therapieverfahren sind als Medizinprodukt in Deutschland zugelassen: die App tinnitracks von sonormed und die Download-Dateien von mynoise. Beide Verfahren filtern die Tinnitusfrequenz wie in den Studien von Pantev und Lugli beschrieben, aus einem breitfrequenten Grundgeräusch: tinnitracks aus geeigneter Musik und mynoise aus einem modifizierten braunen Rauschen oder Wasserplätschern. Zusätzlich hierzu werden bei mynoise die benachbarten Frequenzen angehoben, um den Hemmeffekt auf den Tinnitus zu verstärken.

Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile: tinnitracks wirbt damit, den Tinnitus mit eigener Musik zu therapieren, so dass hier ein gewisser Lifestyle-Effekt erzielt wird, mynoise setzt dagegen auf den Noiser-Effekt, d.h. das Grundgeräusch ist neutral und wird daher von der Hörverarbeitung relativ schnell unterdrückt, so dass die täglich mindestens zweistündige Behandlung nicht als störend empfunden, sondern kaum oder gar nicht wahrgenommen wird. Darüber hinaus ist bei der Behandlung mit Musik nur ein Tinnitus bis 8 kHz behandelbar, beim Rauschen/Plätschern lassen sich auch höhere Tinnitusfrequenzen noch therapieren. Auch der Preis ist unterschiedlich. Während sonormed auf ein Abo-Modell setzt, gibt es den Download der mynoise-Dateien für eine einmalige Bezahlung.

Einen Überblick über die Unterschiede gibt die folgende Tabelle:


Infos zu den beiden Verfahren finden sich auf den jeweiligen Webseiten der Anbieter:

http://www.mynoise.de/

http://www.tinnitracks.com/de

Donnerstag, 9. März 2017

Tinnitus und Stress


Stress und die damit verbundenen Verspanungen im Kiefer- und Nackenbereich sind eine der häufigsten Ursachen für Tinnitus, vor allem bei sonst hörgesunden jungen Menschen. Das liegt daran, dass die Hörverarbeitung, die letztlich entscheidet, ob ein Tinnitus stört oder nicht, bei Stress alle Geräusche verstärkt, statt sie zu filtern und damit eben auch den Tinnitus lauter macht.

Dadurch aber entsteht ein Teufelskreis aus Stress und Tinnitus, der im Laufe der Zeit immer weiter eskalieren kann und zu einer deutlichen Beeionträchtigung der Lebensqualität führt: Stress verursacht den Tinnitus, der Tinnitus verstärkt den Stress...

Was das für die Behandlung eines Tinnitus bedeutet und was das mit einem Hammer zu tun hat, erläutert Dr.Uso Walter in seiner Tinnitussprechstunden:



Und alle Infos zum Thema Tinnitus gibt es im kostenlosen E-Book "Chronischer Tinnitus - eine Gebrauchsanweisung" auf www.mynoise.de

Dienstag, 10. Januar 2017

Das Hörtraining Audiemus von mynoise erleichtert die Hörgeräteanpassung

Genauso wie man als Kind erst durch akustische Reize hören lernt, verlernt man es auch wieder mit zunehmender Schwerhörigkeit. Die Hörverarbeitung versucht nämlich, den Hörverlust auszugleichen und durch den damit verbundenen Verlust ihrer Filterfunktion kommt es häufig zu einer Geräuschüberempfindlichkeit.

Werden in dieser Situation Hörgeräte angepasst, kommt es zunächst zu einer doppelten Verstärkung durch die eigene Hörverarbeitung und das neue Hörgerät. Das wird oft als sehr unangenehm empfunden und führt nicht selten zum Abbruch der Anpassung oder zu den berühmten Hörgeräten in der Schublade statt im Ohr. 

Das muss allerdings nicht sein, denn der Lernprozess, der notwendig ist, um von den Hörgeräten rasch zu profitieren, lässt sich mit einem gezielten Hörtraining beschleunigen. Mynoise hat mit dem modularen Programm Audiemus ein solches Hörtrainig für die IAS (Individual Akustiker Service GmbH) entwickelt, mit dem Schwerhörige schon während des Anpassungsprozesses eine verbesserte Spracherkennung und Störschallunterdrückung lernen. Dabei wird durchgängig mit innovativem 3D-Sound gearbeitet, der ein realistisches akustisches Umfeld vermittelt und mit dem sich reale Hörsituationen im Sinne einer Virtual Reality simulieren lassen. 

Audiemus besteht aus acht aufeinander aufbauenden Modulen und wird als DVD mit Begleitheft ausgeliefert. Das Hörtraining ist bei allen Akustikern, die der IAS angeschlossen sind erhältlich: www.individualakustiker.de