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Sonntag, 17. September 2017

Tinnitus - alles eine Frage der Nackenmuskulatur?

Neue Erkenntnisse in der Tinnitusforschung?

Vor allem Kiefergelenksverspannungen
verursachen Tinnitus
In seiner neuesten Ausgabe berichtet der Stern von einem Orthopäden, der zwei Muskeln identifiziert hat, die bei Verspannung Tinnitus auslösen (http://www.stern.de/gesundheit/tinnitus-therapie--alles-eine-frage-der-nackenmuskulatur--7620856.html). Was hier als neue Erkenntnis präsentiert wird, ist allerdings seit langem bekannt: Verspannungen der Nacken-, vor allem aber der Kiefermuskulatur können bei Fehlfunktionen und Verspannungen Tinnitus auslösen oder verstärken. Bei jüngeren, hörgesunden Patienten ist dies sogar die häufigste Ursache für Tinnitus.

Die neue Erkenntnis ist also eine alte und es sind auch nicht nur die beiden isolierten Muskeln mit den uanaussprechlichem Namen, die den Tinnitus auslösen, sondern immer Muskelgruppen. 


Wie kommt es zu Tinnitus durch Verspannungen?

Wie kommt es aber zu diesen Verspannungen? Und hier kommt wieder der Stress ins Spiel. Denn die Muskeln im Kopfbereich sind in der Regel nicht wegen muskulärer Überlastung angespannt, sondern durch die Ausschüttung von Stresshormonen. Aus evolutionären Gründen baut der Körper nämlich in Stresssituationen Muskelspannung auf, um besser kämpfen oder fliehen zu können ("Fight or flight"). Baut man diese Verspannungen durch natürliche Bewegung nicht mehr ab, kommt es zu einer dauerhaften Verkürzung der Muskulatur mit Druck auf die Gelenke, Zähne und Bandscheiben.

Durch die zentrale Verknüpfung der zugehörigen Nervenfasern mit der Hörverarbeitung kann es dann zu einer veränderten Verarbeitung von akustischen Signalen mit der Folge von Tinnitus und Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) kommen.


Was tun gegen die Verspannungen?

Eigentlich ist es ja ganz logisch: Bei Anpannung hilft Entspannung! Das ist aber nicht immer so einfach wie es klingt. Hier ein paar Tipps:

  1. Loslassen: Bewusstes Dehnen und Lockern der Muskulatur verhindert dauerhafte Verspannungen. Am besten mehrfach täglich ein bis zwei Minuten!
  2. Pausen machen: Ununterbrochene Arbeit führt zu langsam wachsender Anspannung und damit auch zu Verspannungen. Kurze Pausen helfen, dass die Spannung immer wieder zwischendurch nachlässt und sich so nicht ganz so hoch aufbauen kann.
  3. Bewegen: Die beste Art, Verspannungen auf natürliche Weise wieder abzubauen, ist Bewegung. Dabei gilt: Oben (Kopf-, HWS- und Schulterbereich) loslassen und unten (Beine, LWS) Gas geben! Walken, Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen sind hier besonders gut geeignet.
  4. Knirscher-Schiene: Bei starker Verspannung des Kiefergelenkes, ist eine zahn- oder kieferorthopädische Abklärung und ggf. die Anpassung einer Schiene oder die Verordnung von spezieller Krankengymnastik sinnvoll.
  5. Akupunktur: Sowohl mit der Ohr-, als auch mit der klassisch chinesischen Akupunktur lassen sich innere Anspannungen und muskuläre Verspannungen lösen. Gerade in der Anfangsphase einer Tinnitusbehandlung kann das sinnvoll sein, da die Akupunktur schnell wirkt und die anderen Maßnahmen in der Regel erst mittelfristig greifen. 

Noch mehr Tipps gibt es im Youtube-Video https://www.youtube.com/watch?v=l0Ra_Ob3w2g und im konstenlosen E-Book unter http://www.mynoise.de/de/ebook-webinare/ebook.html

Autor: Dr.Uso Walter