Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 8. Januar 2020

Falsche Beratung macht krank!

Die ärztliche Beratung ist wesentlicher Bestandteil jeder Therapie und immer wieder wird auch von der Politik gefordert, dass die sprechende Medizin mehr in den Mittelpunkt rückt. Die richtigen Informationen zu Krankheit und Therapiemöglichkeiten sind nämlich für sich genommen schon wirksam, indem sie Ängste abbauen, eine optimistische Grundeinstellung fördern und Hilfe zur Selbsthilfe geben.


Umgekehrt kann eine falsche Beratung aber auch schädlich sein und sogar krank machen. Darauf weist die British Tinnitus Association (BTA) jetzt in ihren Tinnitus Guidance explizit hin. Dort heißt es: Wer als Arzt seinem Tinnituspatienten erklärt, bei chronsichem Tinnitus könne man sowieso nichts mehr machen, schadet diesem Patienten aktiv. Also von wegen Nil nocere (lat.: Niemals schaden), wie es eigentlich die Minimalforderung an jede Behandlung sein sollte.

Ist therapeutischer Nihilismus also schon ein Kunstfehler? Und wird es in absehbarer Zeit statt "Zu Risiken und Nebenwirkungen FRAGEN Sie Ihren Arzt oder Apotheker" "Bei dem Auftreten von Risiken und Nebenwirkungen VERKLAGEN Sie Ihren Arzt oder Apotheker"?

In jedem Fall sollten sich in Deutschland die Ärzte, Kostenträger und Gesundheitspolitiker ernsthaft Gedanken machen, wie mit dem Thema umzugehen ist. Denn noch immer ist diese Form von therapeutischem Nihilismus weit verbreitet, ob aus Unwissenheit, Trägheit oder bewusstem Verharmlosen einer ernst zu nehmenden Erkrankung sei einmal dahingestellt.

Die kompletten Tinnitus Guidance gibt es hier: https://www.tinnitus.org.uk/guidance-for-gps

Und zu allen überraschenden Neuerungen zum Thema Tinnitus gibt es noch die Tinnitussprechstunde, die in ihrer aktuellen Ausgabe vom Berliner Tinnitus-Symposium berichtet:
https://youtu.be/MNJERDAlOLE